«Ceragem, jeeh!» – der Massagekult greift um sich
Aktualisiert

«Ceragem, jeeh!» – der Massagekult greift um sich

Gratis-Massagen und Gruppengefühl: Das Marketingkonzept für ein 4000 Franken teures Massagebett boomt. Nun lässt Swissmedic den Kult um Ceragem überprüfen.

Ein langer Raum an der St. Galler Gartenstrasse: 33 Massageliegen stehen in Reih und Glied, zwei Drittel sind besetzt. Laut hämmert «Macarena» aus einer Soundanlage. Trotzdem scheinen die Frauen und Männer auf den Liegen zu schlafen. Nach einer Weile klatscht eine junge Frau in die Hände: «Umdrehen, Bauchmassage!» In einem Auditorium nebenan erklärt eine weitere Mitarbeiterin einer Gruppe von Wartenden die Funktionen der Leber. Der Vortrag wird mit Jubel beendet: «Und jetzt schreien wir alle zusammen: Ceragem, jeeh!»

Bis zu 400 Personen lassen sich täglich 40 Minuten lang gratis von der elektrischen Liege massieren. Gleich viele sind es in sieben anderen Filialen in der Schweiz. Finanziert wird die Gratis-Glückseligkeit mit dem Verkauf der Liege – immerhin 4050 Franken das Stück.

Wer sich auf dem Bett durchkneten lässt, lebe gesünder und habe weniger Schmerzen, heisst es beim weltweit tätigen koreanischen Unternehmen. Das hat nun das schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic auf den Plan gerufen: Wie Peter Studer vom Bereich Medizinprodukte auf Anfrage erklärt, hat Swissmedic eine offizielle Marktüberwachung gestartet. Im Zentrum des Interesses stehen dabei allfällige unzulässige Heilungsversprechen.

(loo)

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