Aktualisiert 06.02.2014 10:37

Gigantisches Projekt

Cern-Beschleuniger soll riesigen Bruder erhalten

Physiker planen bei Genf einen neuen Super-Teilchenbeschleuniger – viermal so lang wie die bestehende Anlage am Cern. Doch der 100 Kilometer lange Ring hat seinen Preis.

von
Christian Holzer
Enormes Ausmass: Der geplante neue Beschleunigerring bei Genf.

Enormes Ausmass: Der geplante neue Beschleunigerring bei Genf.

Die Forscher am Cern halten den Atem an: Nächste Woche treffen sich Physiker in Genf, um ein Megaprojekt in die Schweiz zu holen. Nachdem sie mit dem Teilchenbeschleuniger LHC am Cern das sagenumwobene Higgs-Teilchen gefunden haben, träumen die Forscher von einer neuen, grösseren und noch besseren Anlage: Ein gigantischer Ringbeschleuniger soll in Genf gebaut werden. Dieser soll 80 bis 100 Kilometer lang sein.

Doch für gigantische Dimensionen brauchen es auch ein gigantisches Budget. Wie der «Tages-Anzeiger» heute berichtet, rechnen die Physiker mit Kosten von mindestens 20 Milliarden Franken. Eine Machbarkeitsstudie soll nun Mittel und Wege aufzeigen, den Super-Ringbeschleuniger zu realisieren. Diese wird jedoch rund fünf Jahre in Anspruch nehmen, denn die technischen Hürden sind riesig.

Für den Beschleuniger würden etwa Magnete benötigt, die noch nicht einmal entwickelt sind. Auch der enorme Stromverbrauch bereitet den Forschern Kopfzerbrechen: «Mit Sonnenkollektoren werden wir diese Leistung nicht hinbringen», sagte Jörg Wenninger, der an der Machbarkeitsstudie mitwirkt, dem «Tages-Anzeiger».

Die Konkurrenz schläft nicht

Nicht nur die Physiker in Genf planen einen riesigen Teilchenbeschleuniger. Auch China prüft die Möglichkeit, einen Mega-Ringbeschleuniger zu bauen. Und auch die Kollegen in den USA hoffen auf einen Super-Beschleuniger im eigenen Land. Wegen der enormen Ressourcen wird weltweit jedoch wohl nur ein Super-Ringbeschleuniger gebaut werden. Europäische Physiker setzen aber auf den Standort Genf, weil dort schon ein Teil der benötigten Infrastruktur vorhanden ist.

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