Cervelat-Krise: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
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Cervelat-Krise: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Die diesjährige Grillsaison dürfte auch für Cervelat-Liebhaber gerettet sein: Die Lagerbestände der Rinderdärme für die Schweizer Nationalwurst reichen voraussichtlich über die Sommermonate.

«Gegen Ende Jahr werden die Därme knapp.», so Balz Horber, Direktor des Schweizer Fleisch-Fachverbandes (SFF). Ihm sei derzeit kein Cervelat-Produzent bekannt, dem die Därme ausgegangen seien. Allerdings kenne er den Stand der unterschiedlich gefüllten Lager nicht genau, sagte er. Am kommenden 29. April werde der SFF über den aktuellen Stand auf der Suche nach Alternativen zu Rinderdärmen aus Brasilien informieren. «Wir arbeiten fest daran.» Wissenschaftliche Expertisen werden aufgearbeitet, die zu einer möglichen neuen Risikobeurteilung der Därme führen könnten, und unter anderem alternative Lieferländer werden in Betracht gezogen. Im vergangenen Juni hatte die Fleischbranche Alarm geschlagen, aus Sorge um die Lager der für den Cervelat geeignetsten Därme des brasilianischen Zebu-Rindes. Mittlerweile befasst sich eine Task Force mit dem Problem. Grund ist das Importverbot der EU für diese Rinderdärme, das die Schweiz im April 2007 ebenfalls übernommen hat. Die EU stufte darin Brasilien nicht mehr als Land ein, wo Rinderwahnsinn BSE als sehr unwahrscheinlich gilt. (dapd)

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