Aktualisiert 05.07.2018 08:10

Glarner-Post auf Facebook

Cervelat-Verbot aus Rücksicht auf Muslime?

Beim Abschlussfest einer Mädchenriege sollen Cervelats verboten sein – sie dürften nicht neben den Grilladen muslimischer Kinder liegen. Das berichtet SVP-Nationalrat Andreas Glarner.

von
daw
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Andreas Glarners Facebook-Post sorgt für rote Köpfe.

Andreas Glarners Facebook-Post sorgt für rote Köpfe.

Keystone/Anthony Anex
Angeblich sollen Mädchen eines Vereins keine Cervelats mitbringen dürfen. Der Grund: Schweinefleisch dürfe nicht auf dem gleichen Grill liegen wie die Grilladen muslimischer Kinder. Diese blieben dem Grillfest sonst fern.

Angeblich sollen Mädchen eines Vereins keine Cervelats mitbringen dürfen. Der Grund: Schweinefleisch dürfe nicht auf dem gleichen Grill liegen wie die Grilladen muslimischer Kinder. Diese blieben dem Grillfest sonst fern.

Keystone/Martin Ruetschi
Bei der SVP stehen Cervelats häufig auf dem Speiseplan – wie hier an einer Wahlveranstaltung der Partei im Jahr 2015.

Bei der SVP stehen Cervelats häufig auf dem Speiseplan – wie hier an einer Wahlveranstaltung der Partei im Jahr 2015.

Keystone/Ennio Leanza

Der Facebook-Post von SVP-Nationalrat Andreas Glarner wurde bereits über 4000-mal geteilt: Der Politiker berichtet darin von einem Anruf einer enttäuschten Mutter. Diese habe ihm mitgeteilt, dass ihre Kinder keine Cervelats ans Abschlussfest einer Jugendorganisation mitbringen sollten. Der Grund: Die Würste dürften wegen des Schweinefleisches auf dem Grill nicht neben den Grilladen der muslimischen Kinder liegen. Diese würden sonst der Feier fernbleiben. Die Mutter könne aber einen eigenen Grill mitbringen.

Nicht bestätigt

Zugetragen haben soll sich der Fall in einer kleineren Aargauer Gemeinde. Der Post sorgt für Dutzende Kommentare: Diskutiert wird etwa über den Schweinefleischgehalt von Kalbsbratwürsten und das Ende des Abendlandes.

Auf Facebook und Twitter äussern Kommentatoren aber auch auch Zweifel an der Darstellung Glarners und werfen ihm Hetze gegen Muslime vor.

Nachprüfen lässt sich die Story für 20 Minuten nicht: Glarner sagt, er habe der Mutter Anonymität zugesichert. Diese befürchte, dass ihre Töchter ansonsten ausgeschlossen würden. Er habe aber keine Zweifel an der Darstellung der Mutter.

Haben Sie Hinweise zur Story? Dann schreiben Sie uns auf unsere Whatsapp-Nummer 076 420 20 20. Besten Dank!

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