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CH-Radprofi: Ecstasy in die USA geschmuggelt

Einem 27-jährigen ehemaligen Schweizer Radsportler drohen in den USA bis zu zehn Jahre Haft. Er schmuggelte Tausende Ecstasy-Pillen in die USA. Lockten ihn die US-Drogenbehörden von der Schweiz aus in die Falle?

Der ehemalige Schweizer Radprofi Thomas Frischknecht (27) - nicht verwandt mit dem gleichnamigen Mountainbiker - sitzt in Amsterdam im Gefängnis und wird möglicherweise bald an die USA ausgeliefert. Wie der «Blick» berichtet, tätigte Frischknecht offenbar schon 2004 zweifelhafte Geschäften. Angeblich kaufte er für den ihm bekannten Hollywood-Produzenten Comte Alexandre de Basseville Drogen.

Was Frischkencht nicht wusste: Die US-Drogenfahndung war dem amerikanischen Filmer mit dem schillernden Namen seit langem auf der Spur und verfolgte minutiös dessen Kontakte. Am 1. Februar dieses Jahres kaufte der Schweizer 9200 Ecstasy-Pillen in Holland und verschickte sie nach Arlington. Diesmal war der Auftraggeber jedoch nicht de Basseville, sondern ein Strohmann der amerikanischen Drogenfahndung.

Frischknchts Anwalt spricht von einem Justizskandal. Der Deal der Drogenbehörde, um Frischknecht zu überführen, sei in der Schweiz initiiert worden, sagte der Jurist dem «Blick». Dies sei «ein Skandal». Die Polizei bestätigte der Zeitung lediglich, dass die verdeckte Ermittlungsoperation der Drogenbehörde DEA in der Schweiz unterstützt worden sei. Bern gab zuvor einem Rechtshilfegesuch der Amerikaner statt, um de Bassecourt zu überführen. Dabei wurde angeblich auch die Falle für Frischknecht gestellt.

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