Aktualisiert 02.09.2005 12:07

CH- Wirtschaft 2004 besser als erwartet

Die Schweizer Wirtschaft ist 2004 kräftiger gewachsen als bislang angenommen.

Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) nahm um 2,1 Prozent zu, wie der am Freitag veröffentlichten Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zu entnehmen ist.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) war bisher von einem realen BIP-Wachstum von 1,7 Prozent ausgegangen. Zu laufenden Preisen, also unter Ausklammerung der Teuerung, stieg das BIP 2004 um 2,6 Prozent auf 446 Mrd. Franken, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Freitag aufgrund erster Schätzungen mitteilte.

Noch kräftiger stieg das Bruttovolkseinkommen (BVE, früher Bruttosozialprodukt genannt), das auch den Saldo der Kapitalertragsbilanz berücksichtigt. Hier errechnete das BFS ein Plus von 3 Prozent.

Unternehmen investieren wieder

Impulse erhielt die Wirtschaft vor allem von den Investitionen: Nach drei negativen Jahren stiegen die Ausrüstungsinvestitionen sowohl zu laufenden Preisen (&2,4 Prozent) als auch zu Preisen des Vorjahrs (&2,7 Prozent).

Die seit der zweiten Hälfte 2003 anhaltende Verbesserung der Wirtschaftsaussichten hätten die Unternehmen zu Investitionen in praktisch alle Arten von Ausrüstungsgütern veranlasst, erklärte das BFS.

Ausrichtung auf Dienstleistungen

Das Wachstum bei den Investitionen sei im Vergleich zu den Vorjahren kräftig. Angesichts der aussergewöhnlichen Dynamik des BIP falle das Wachstum bei den Ausrüstungsinvestitionen aber bescheiden aus, relativierte das BFS.

Hier zeige sich die allmähliche Ausrichtung der schweizerischen Wirtschaft auf Dienstleistungsaktivitäten, die viel Wertschöpfung einbringen, aber wenig Kapital erfordern.

Bereits zum dritten Mal in Folge zogen die Bauinvestitionen an (&5,6 Prozent zu laufenden, &4,1 Prozent zu Preisen des Vorjahrs). Investiert wurde vor allem in den Wohnungsbau, der von historisch tiefen Hypothekarzinsen profitierte. Der Tiefbau musste - wegen dem Sparkurs der öffentlichen Hand - einen Rückgang hinnehmen.

Aussenbeitrag auf Rekordhöhe

Neben den Investitionen stimulierte die Auslandnachfrage die Schweizer Wirtschaft. Sowohl die Importe als auch die Exporte verzeichneten laut BFS äusserst positive Ergebnisse. Da die Ausfuhren etwas stärker zulegten als die Einfuhren, verbesserte sich die Leistungsbilanz.

Der Saldo der Leistungsbilanz erreichte vergangenes Jahr eine neue Rekordhöhe. Der Überschuss der Handelsbilanz belief sich auf 6,9 Mrd. Franken. Der Überschuss in der Dienstleistungsbilanz erreichte 25,8 Mrd. Franken.

Im Ausland waren vor allem Produkte der Schweizer Chemie- und Maschinenindustrie gefragt. Bei den Dienstleistungen wurden höhere Lizenzgebühren und Bankkommissionen registriert. Die Gesamtnachfrage - Inland-Nachfrage und Exporte zusammen - nahmen aussergewöhnlich stark zu (&3,5 Prozent zu Preisen des Vorjahrs).

(sda)

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