Infektiologen sind ratlos: Chalet macht Schüler krank
Aktualisiert

Infektiologen sind ratlosChalet macht Schüler krank

In einem Walliser Chalet werden reihenweise halbe Klassenlager krank. Die Ärzte tappen im Dunkeln.

von
Désirée Pomper
Hier wütet die mysteriöse Krankheit. (Bild: Le matin)

Hier wütet die mysteriöse Krankheit. (Bild: Le matin)

Als läge ein Fluch über dem rustikal-romantischen Chalet Les Alouettes in Morgins: Seit Ende Februar sind in sieben aufeinanderfolgenden Klassenlagern Dutzende Schüler krank geworden. Anstatt schöne Wanderungen zu unternehmen, mussten die von Fieberschüben und starker Übelkeit geplagten 8- bis 14-jährigen Schüler die Betten hüten. Sogar Lehrer blieben nicht verschont. «Die Situation wird langsam ungemütlich», sagte Pascale Manzini, Gemeindepräsidentin von Ecublens gegenüber «Le Matin».

Inzwischen wurde die Gesundheitsdirektion des Kantons Wallis auf den Plan gerufen: Der Nahrungsmittelinspektor überprüfte das Wasser und die Nahrungsmittel im Lagerhaus, stellte aber nichts Verdächtiges fest. Ausserdem wurden die Patienten untersucht: «Wir hatten vermutet, dass es sich um Magen-Darm-Infektionen handeln könnte», sagt Frank Bally, Leitender Infektiologe am Zentralinstitut der Walliser Spi­täler. Doch es wurden keine Noroviren gefunden. Während der Osterferien wurde das ­Chalet drei Wochen lang geschlossen. Es wurde desinfiziert und durchgelüftet. Doch kaum war das Haus wieder offen, kam es erneut zu Krankheitsfällen – elf allein letzte Woche. «Es läuft etwas ab, was wir nicht genau verstehen», so Infektiologe Bally. Nun folgen weitere Abklär­ungen.

«Wir müssen so schnell wie möglich eine Lösung für das Problem finden», sagt Gemeindepräsidentin Manzini. «Nur so können wir verhindern, dass das Chalet für immer geschlossen werden muss.»

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