Neuer Job: Challandes wird neuer Thun-Trainer
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Neuer JobChallandes wird neuer Thun-Trainer

Eine Woche nach dem Rücktritt bei Xamax wurde Bernard Challandes als neuer Trainer beim FC Thun vorgestellt. Der Neuenburger unterschrieb im Berner Oberland für ein Jahr.

Bernard Challandes ersetzt Murat Yakin als Trainer des FC Thun.

Bernard Challandes ersetzt Murat Yakin als Trainer des FC Thun.

Bernard Challandes entspricht nicht dem Anforderungsprofil, das die Thuner Verantwortlichen nach dem Abgang von Murat Yakin zum FC Luzern ursprünglich vom neuen Trainer gezeichnet haben. Sie suchten an sich einen ruhigen und jungen Coach. Einen Klon von Yakin sozusagen. Sie verhandelten auch mit Carlos Bernegger und Martin Rueda, entschieden sich aber für Bernard Challandes, den impulsiven Romand, der in den ersten Wochen der neuen Saison seinen 60. Geburtstag feiern wird.

Sportchef Andres Gerber ist zufrieden mit dieser Wahl, nachdem Murat Yakin zum FC Luzern abgewandert ist: «Die zweite Saison nach dem Aufstieg wird immer schwierig. Zudem ist die Erwartungshaltung nach dem 5. Platz und durch den Einzug ins neue Stadion hoch. Da ist es gut, einen routinierten Trainer zu haben.» Diese Vorgabe erfüllt Challandes. Er arbeitete vor 26 Jahren in La Chaux-de-Fonds erstmals in der höchsten Liga, später folgten Engagements bei Yverdon, Young Boys, Servette, dem Schweizerischen Fussball-Verband, FC Zürich, Sion und Xamax.

Vierte stelle in 15 Monaten

In Thun tritt Challandes innerhalb von 15 Monaten die vierte Trainerstelle an. Im April 2010 wurde er als Meistertrainer im FC Zürich entlassen, im letzten Februar musste Challandes auch im FC Sion frühzeitig gehen. Bei Xamax erreichte er während des knapp dreiwöchigen Gastspiels zwar den Ligaerhalt, verlor aber den Cupfinal gegen Sion kläglich.

Nach der Zusammenarbeit mit Christian Constantin in Sitten und dem tschetschenischen Klub-Eigentürmer Bulat Tschagajew in Neuenburg will Challandes offenbar nicht (mehr) experimentieren. Er gehörte zum engeren Kandidatenkreis für das Amt des Nationaltrainers in Oman und hatte auch ein Angebot aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Doch er verzichtete auf ein Abenteuer aus 1000 und einer Nacht. Das Berner Oberland liegt dem Mann aus dem Hochland des Neuenburger Juras näher.

Nach Zürich, Sion und Neuenburg kommt er in Thun in eine vergleichsweise beschauliche Fussballwelt. «Ich war mir in meiner Karriere immer sicher, dass ich den richtigen Schritt mache. Wichtig ist, dass ich in einem Klub erwünscht bin.» Die Risiken sind in Thun überschaubar, auch wenn die Fans nach dem 5. Platz einen weiteren, wohl wenig realistischen Schritt nach vorne erwarten. Und für den Europacup ist Challandes nun auch qualifiziert. Am Donnerstag, 14. Juli, zwei Tage vor dem ASL-Saisonstart, geht es für die Berner Oberländer los mit der 3. Qualifikationsrunde der Europa League.

(si)

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