16.10.2019 17:06

Zoo ZürichChamäleon-Zunge schnellt mit bis 20 km/h heraus

Im Zoo Zürich leben über dreissig Pantherchamäleons. Die Tiere haben spezielle Fähigkeiten.

von
tam
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Besonderheit Farben: Der Farbwechsel dient nicht primär der Tarnung, sondern ist vielmehr eine Form der Kommunikation mit Artgenossen und wird von klimatischen Faktoren beeinflusst.

Besonderheit Farben: Der Farbwechsel dient nicht primär der Tarnung, sondern ist vielmehr eine Form der Kommunikation mit Artgenossen und wird von klimatischen Faktoren beeinflusst.

Zoo Zürich, Albert Schmidmeister
Die Farbpalette bei den Männchen reicht von Rot über Gelb, Grün und Blau bis Türkis, bei den etwas kleineren Weibchen sind es mehrheitlich Farbtöne in Grau, Ocker, Braun, Orange oder Rot.

Die Farbpalette bei den Männchen reicht von Rot über Gelb, Grün und Blau bis Türkis, bei den etwas kleineren Weibchen sind es mehrheitlich Farbtöne in Grau, Ocker, Braun, Orange oder Rot.

Zoo Zürich, Enzo Franchini
Besonderheit Zunge: Sie wird mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 Kilometern pro Stunde herausgeschleudert – ihre Länge beträgt mehr als die Körperlänge des Tieres.

Besonderheit Zunge: Sie wird mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 Kilometern pro Stunde herausgeschleudert – ihre Länge beträgt mehr als die Körperlänge des Tieres.

Zoo Zürich, Enzo Franchini

Mit einer Länge von bis zu etwa fünfzig Zentimetern gehört das Pantherchamäleon zu den grösseren Vertretern der Echsen-Familie. In der Masoala-Halle im Zoo Zürich leben über dreissig davon und es gibt viel Nachwuchs. In den letzten fünf Jahren sind rund 250 Jungtiere geschlüpft, wie es in einer Mitteilung des Zoos heisst. Beheimatet sind Chamäleons auf Madagaskar, Réunion und Mauritius.

Mit Panther sind die Tiere trotz des Namens nicht verwandt. Berücksichtigt man aber ihre ungewöhnlichen Beutetiere, macht er schon eher Sinn. Die Pantherchamäleons wurden dabei beobachtet, wie sie etwa einen Plattschwanzgecko oder eine Spitzmaus erbeuteten. Doch das ist nicht das Einzige, was bei den Tieren aussergewöhnlich ist.

Spezialisierte Augen und Zunge

Die aus dem Kopf herausstehenden Augen können unabhängig voneinander bewegt werden – in einem Bereich von 180 Grad in der Horizontalen und 90 Grad in der Vertikalen. Fokussiert sich ein Tier auf eine Beute, erlaubt die Anordnung der Augen eine präzise Schätzung der Distanz.

Das ist für den Einsatz der Schleuderzunge von Bedeutung. Die Zunge wird mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 Kilometern pro Stunde herausgeschleudert – ihre Länge beträgt mehr als die Körperlänge des Tieres. Die verdickte und muskulöse Zungenspitze umfasst die Beute partiell und zieht diese ins Maul zurück. Der zähflüssige Speichel unterstützt bei diesem Vorgang die Haftung der Beute an der Zungenspitze.

Kommunikative Farben

Chamäleons können sehr farbenprächtig sein und ihre Färbung schnell verändern. Dieser Farbwechsel dient nicht primär der Tarnung, sondern ist vielmehr eine Form der Kommunikation mit Artgenossen und wird von klimatischen Faktoren beeinflusst. So werden verschiedene Stimmungen angezeigt, Balzhandlungen unterstützt oder zur Thermoregulation die Grundfärbung aufgehellt oder verdunkelt.

Dahinter stehen komplexe Mechanismen. In der Oberhaut liegen verschiedene Farbzellen – zuoberst Pigmentzellen für gelbe und rote Farbtöne, dann Zellen, die das Licht brechen und blaues Licht reflektieren, zuunterst liegen die Farbzellen mit dem schwarzen Pigment.

Bestimmte Muster können bestimmten Herkunftsgebieten zugeordnet werden. Während die Farbpalette bei den Männchen von Rot über Gelb, Grün und Blau bis Türkis reicht, bewegen sich die Farbtöne der in der Körpergrösse etwas kleineren Weibchen mehrheitlich zwischen Grau, Ocker, Braun, Orange oder Rot.

Zusammengewachsene Zehen

Der sicheren Fortbewegung im Geäst von Bäumen und Sträuchern dienen die als Greiforgane ausgebildeten Füsse. Bei den vorderen Extremitäten sind jeweils die drei inneren und die beiden äusseren und bei den hinteren Extremitäten die beiden inneren und die drei äusseren Zehen miteinander verwachsen. Die Haftung der so gebildeten Klammern wird noch durch die Krallen verstärkt.

Zwischen zwei und über fünfzig Eier

Chamäleons legen Eier. Drei bis sechs Wochen nach der Paarung sucht sich das Weibchen einen geeigneten Platz und gräbt ein bis zu dreissig Zentimeter tiefes Loch, in das es seine zwei bis vier oder bis über fünfzig Eier ablegt. Nach einer Entwicklungszeit von vier bis zwölf Monaten schlüpfen die Jungen.

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