Chance für suspendierten Pfarrer von Zürich-Saatlen
Aktualisiert

Chance für suspendierten Pfarrer von Zürich-Saatlen

Mediation soll eine Lösung der verfahrenen Situation in der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Zürich- Saatlen in Schwamendingen bringen.

Der Kirchenrat will damit auch dem suspendierten Pfarrer eine Chance gegeben.

Die Mediation mit professionellem Coaching stellt einen Mittelweg dar zwischen zwei Wegen, die dem Kirchenrat nach der Suspendierung des Pfarrers im September offen stehen, wie der Leiter der kirchlichen Informationsdienstes (kid), Nicolas Mori, am Donnerstag auf Anfrage sagte: Aufhebung der Suspendierung oder definitive Abberufung.

Vorerst wird nun abgeklärt, ob alle Seiten willens sind, sich für die Beteiligung an der Mediation zu verpflichten. Dann wird ein konkretes Mediationskonzept ausgearbeitet. Diese Vorbereitungen sollten bis März 2004 abgeschlossen sein. Bis dann, hofft Mori, gelinge es auch, die Kirchenpflege neu zu bestellen. Sie ist heute mangels Mitgliedern nicht beschlussfähig.

Inzwischen soll laut Mitteilung des kid der suspendierte Pfarrer wieder einige Aufgaben des «Kerngeschäfts» übernehmen, etwa den Konfirmandenunterricht und Kasualien wie Taufen, Heiraten, Abdankungen. In dieser Zeit werde sich auch zeigen, ob die Mediation überhaupt Aussichten auf Erfolg habe, sagte Mori.

Weiterhin nicht zugelassen sei er für alle Aufgaben als Gemeindeleiter. Mit diesen betraut bleibt der Pfarrer, der vom Kirchenrat als Ersatz für den suspendierten Pfarrer eingesetzt wurde, so Mori.

«Zerrüttete Beziehung»

Im September war der Pfarrer von Saatlen wegen «schwerer Missverständnisse» im Amt suspendiert worden. Mit ihm sei nicht zusammenzuarbeiten, hiess es. Vier der sieben Mitglieder der Kirchenpflege hatten entnervt den Hut genommen.

Der Betroffene selbst verwahrte sich gegen Kritik, wonach er andere Meinungen als die eigene nicht gelten lasse. Er verlangte die Aufhebung der Suspendierung; er habe sich nichts zu Schulden kommen lassen.

Dies sei eine der Schwierigkeiten bei dem Fall, räumte Mori ein: Einen «objektiven Tatbestand» gebe es tatsächlich nicht. Es handle sich eher um eine «Zerrüttung» der Beziehungen. Mit der Mediation soll nun das Problem nochmals angegangen und alle Chancen für einen Neuanfang gewahrt werden.

(sda)

Deine Meinung