Chaos am Bollwerk: Car-Halter sauer

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Chaos am Bollwerk: Car-Halter sauer

Reitschule, Fixerstübli, Verkehrsknoten – mittendrin der Car-Terminal. Eine Zumutung für die Touristen, findet Bus-Unternehmer Heinz Dysli.

«Die Kunden haben immer ein mulmiges Gefühl, wenn wir sie beim Bollwerk auf der Schützenmatte ein- und aussteigen lassen», sagt Heinz Dysli vom gleichnamigen Carunternehmen. Angst vor Dieben und Dealern, gefährliche Kreuzungen, das WC geschlossen: «Eine Morerei», wettert Dysli. «Seit Jahren kämpfen wir für einen richtigen Terminal beim Bahnhof. Die Stadt macht nichts.»

Die Forderungen sind eigentlich bescheiden: Es müsse kein abgesperrter Terminal sein. «Wir verlangen nur Sicherheit und Sauberkeit», sagt Hans-Ueli Fankhauser, Präsident des Car-Verbandes. «Und einen Parkplatz für ausländische Busse.» Am Samstag wurde ein Car, der auf der Schütz parkiert war, von Demo-Chaoten beschädigt (in 20 Minuten). Allerdings galt für diese Zeit dort Halteverbot.

Die Stadt kennt das Problem. Aber: «Wir können keine Plätze hervorzaubern», sagt Stadtingenieur Hans-Peter Wyss: «Das Begehren der Car-Halter wird mit der Neugestaltung des Bahnhofplatzes geprüft.»

Antifa geht über die Bücher

Die Antifa will nun überprüfen, ob sie weiterhin Abendspaziergänge organisiert. Doch die Ausschreitungen sind in Bern längst ein Wahlkampfthema. Die grossen Parteien wollen die Saubannerzüge nicht länger tolerieren. «Wir werden mit einem Vorstoss im Stadtrat aktiv», sagt SVP-Präsident Hans Ulrich Gränicher. Der Leistungsvertrag mit der Reitschule müsse ausgesetzt werden. «Das sind zwei Paar Schuhe», kontert Margrith Beyeler von der SP. «Es gibt keinen direkten Zusammenhang mit der Reitschule.» FDP-Präsident Thomas Balmer fordert Überwachungskameras und ein rigoroses Einschreiten der Polizei.

Philipp Probst

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