Chaos auf französischen Flughäfen
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Chaos auf französischen Flughäfen

Zum Schulferienbeginn in Frankreich hat der Streik des Kabinenpersonals der Fluglinie Air France am Wochenende grosse Teile des Verkehrs auf den Flughäfen lahmgelegt. Der Streik soll noch bis Montag andauern.

Am Pariser Flughafen Charles de Gaulle warteten am Sonntag zahlreiche Reisende stundenlang beim Check-In und bangten um ihren Flug. Das Kabinenpersonal war am Donnerstag in den Streik getreten, um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen.

Am Terminal E des Flughafens Charles de Gaulle fielen am Sonntag 16 der 40 geplanten Flüge aus, darunter jene nach Johannesburg, Rio de Janeiro, Boston und Bangalore. An weiteren Terminals wurden ebenfalls zahlreiche Verbindungen gestrichen.

Verspätungen und Ausfälle

Air France rief am Sonntag Reisende dazu auf, sich per Telefon oder Internet über ihren Flug zu erkundigen und nicht einfach zum Flughafen zu fahren.

Auch ankommende Reisende mussten sich auf lange Verspätungen einstellen. Die Passagiere einer für 06.25 Uhr angekündigten Maschine aus New York sollten den Pariser Flughafen erst mit einer dreieinhalbstündigen Verzögerung erreichen. Dennoch reagierten die Flugreisenden am Sonntag im Gegensatz zum Vortag eher gelassen auf die Streiks.

Bereits am Samstag waren zahlreiche Langstrecken- und Inlandsflüge von Paris aus gestrichen worden. Wütende Reisende auf dem Airport Charles de Gaulle und dem zweiten Pariser Flughafen Orly warteten in langen Schlangen, um von den noch arbeitenden Flughafenmitarbeitern bedient zu werden.

An diesem Wochenende herrscht wegen des Beginns der Schulferien in Frankreich Hochbetrieb auf den Flughäfen. Eine junge Vietnamesin klagte, ihr Flug nach Bangkok sei gestrichen, und sie wisse nicht mehr weiter.

Die Betreibergesellschaft der beiden Pariser Flughäfen erklärte, sie habe die Flughafenshops aufgefordert, «so lange wie möglich» geöffnet zu bleiben. Auch seien die ganze Nacht hindurch Essen und Getränke verfügbar gewesen.

Gespräche gescheitert

Das Kabinenpersonal will noch bis Montag die Arbeit niederlegen. Nach Gewerkschaftsangaben sind drei Viertel der Mitarbeiter am Streik beteiligt.

Am Freitag und Samstag waren mehrstündige Gespräche zwischen der Fluglinie und den Gewerkschaften gescheitert. Air France geht inzwischen juristisch gegen drei Gewerkschaften vor und fordert 45 Millionen Euro Schadenersatz für die Streikfolgen. Die Fluggesellschaft wirft den Gewerkschaften vor, sie hätten vor dem Arbeitskampf nicht verhandelt.

(sda)

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