Besucher regen sich über lange Anstehzeiten am Openair St. Gallen auf

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Openair St. Gallen
Chaos bei Openair-Abreise – «Der Zauber von St. Gallen war danach weg»

Um das Festivalgelände verlassen zu können, mussten viele Besucherinnen und Besucher über eine Stunde anstehen. Und wurden unfreundlich abgefertigt. Die Verantwortlichen geloben eine Besserung für nächstes Jahr. 

von
Leo Butie
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Wer am Sonntagabend nach Hause wollte, musste sich in Geduld üben.

Wer am Sonntagabend nach Hause wollte, musste sich in Geduld üben.

20Min/leo
Beim Haupteingang bildete sich eine lange Schlange, als die Besucherinnen und Besucher das Gelände verlassen wollten. 

Beim Haupteingang bildete sich eine lange Schlange, als die Besucherinnen und Besucher das Gelände verlassen wollten. 

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Die Organisatoren beschlossen, auch den Helfereingang für alle zu öffnen.

Die Organisatoren beschlossen, auch den Helfereingang für alle zu öffnen.

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Darum gehts

  • Für die Abreise aus dem Sittertobel mussten Besucherinnen und Besucher viel Zeit einplanen.

  • Ein Helfer fühlt sich von den Organisatoren in Stich gelassen.

  • Der Helfer-Ausgang wurde am Sonntag für alle Besucherinnen und Besucher geöffnet.

  • Die Veranstalter entschuldigen sich und analysieren die diesjährigen Besucherströme.

Noch bevor die letzten Klänge des Marteria-Konzerts aus den Boxen schallten, begaben sich zahlreiche Besucherinnen und Besucher auf den Nachhauseweg. So machte das auch ein Helfer, der nach vier Tagen endlich nach Hause wollte. «Ich habe für die Helfer gekocht und hatte seit Donnerstag gearbeitet», sagt der Luzerner, der anonym bleiben möchte.

Als er sich mit seinen Kollegen zum Helferausgang begab, wurde er von einer riesigen Warteschlange erwartet. Zu Beginn sei man angestanden, doch nicht weitergekommen. «Nach einer halben Stunde entschieden wir uns, die Abkürzung über die Sitter zu nehmen», sagt er. Auf der anderen Uferseite angekommen, wurde ihnen dann der Zutritt zu den Helfer-Shuttles verweigert. «Es hiess, wir dürfen das nicht, weil wir eine Abkürzung genommen haben», so der Luzerner.

Hoffnung auf bessere Organisation

Er empfand die Abreise als Zumutung. Als Helfer fühlte er sich vor den Kopf gestossen. «Plötzlich war niemand mehr verantwortlich. Es war überhaupt keine Wertschätzung mehr da», sagt er. Die Abreise gab dem Festivalerlebnis einen fahlen Beigeschmack. «Der Zauber des Openairs war danach weg.» Nach der Odyssee aus dem Gelände musste er zudem eine über zwei Stunden dauernde Heimreise antreten. 

Für nächstes Jahr hofft er auf eine bessere Organisation der An- und Abreise. «Jedes Festival muss einen permanenten Helfer-Zugang haben.» Die Festival-Organisatoren hatten am Sonntag beschlossen, den Helfer-Zugang für alle zu öffnen. «Mir haben vor allem die Helferinnen und Helfer leid getan, die hart arbeiten mussten und dann links liegen gelassen wurden», findet er. 

Besucherandrang war eine Herausforderung

Der Fall des Helfers sei den Organisatoren nicht bekannt, wie es auf Anfrage von 20 Minuten heisst. «Alle Helferinnen und Helfer erhalten alle benötigten Infos in einem übersichtlichen Dokument von ihren jeweils zuständigen Ressort- und Bereichsleiterinnen und Bereichsleitern», sagt Nora Fuchs, Medienverantwortliche des Openair St. Gallen. Zudem wurden die spezifischen Infos für die Abreise über Social Media, Push-Nachrichten in der App und Ansagen auf der Bühne geteilt.

Die Festival-Verantwortlichen sind sich der Probleme bewusst, die durch die An- und Abreise entstanden. «Der Strom der Besucherinnen und Besucher hat sich in diesem Jahr insgesamt noch einmal markant verändert, und dies bei einem ausverkauften Openair St. Gallen», sagt Fuchs.

Ein weiterer Eingang zum Festivalgelände über Abtwil SG wurde bereits 2019 nicht mehr verwendet. «Der Aufwand, personell wie materiell, stand zuletzt in keinem Verhältnis mehr, da ab Freitag die Besucherinnen- und Besucherströme schon immer hauptsächlich über den Eingang Ost gehen», so die Mediensprecherin. Man habe sich deshalb ab 2019 wieder auf den Haupteingang fokussiert.

Die hohen Frequenzen seien eine grosse Herausforderung für die Ein- und Ausgangsbereiche sowie für die Verkehrsbusse gewesen. «Die Veranstalterinnen und Veranstalter entschuldigen sich für die längeren Wartezeiten und man wird die Erkenntnisse 2022 sicher in die Planung 2023 einfliessen lassen und Lösungen finden», so Fuchs. 

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