Pandemie in der Schweiz: Chaos in der Corona-Taskforce
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Pandemie in der SchweizChaos in der Corona-Taskforce

Restaurants, Bars und Museen sollten per sofort schliessen, hiess es in einem Bericht der Corona-Taskforce des Bunds. Doch nicht alle Mitglieder der Taskforce scheinen damit einverstanden zu sein.

von
Yasmin Rosner
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Gemäss der Coronavirus-Taskforce des Bundesrats haben die Schweizer Spitäler ihre Kapazitätsgrenze erreicht (im Bild: Taskforce-Präsident Martin Ackermann).

Gemäss der Coronavirus-Taskforce des Bundesrats haben die Schweizer Spitäler ihre Kapazitätsgrenze erreicht (im Bild: Taskforce-Präsident Martin Ackermann).

Foto: Keystone
Doch es scheint Chaos in der Taskforce zu herrschen.

Doch es scheint Chaos in der Taskforce zu herrschen.

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Laut neuesten Daten vom 13. November sei die volle Kapazität, aktuell 885 Intensivbetten, quasi erreicht.

Laut neuesten Daten vom 13. November sei die volle Kapazität, aktuell 885 Intensivbetten, quasi erreicht.

Foto: Keystone

Darum gehts

  • In einem Bericht der Taskforce des Bundesrats hiess es, es sei noch keine Entwarnung in Sicht.

  • Es wurde die Schliessung von Bars, Restaurants und anderen Treffpunkten gefordert.

  • Nicht alle Mitglieder der Taskforce sind mit dieser Vorgehensweise einverstanden, heisst es in der «SonntagsZeitung».

In der Corona-Taskforce herrscht gemäss einem Bericht der «SonntagsZeitung» Konfusion. Die Expertengruppe fände es sinnvoll, wenn sofort und für die nächsten acht Wochen alle Restaurants, Bars und Museen geschlossen sowie Konzerte abgesagt würden. Zudem sollen private Treffen auf Personen aus zwei Haushalten beschränkt werden. Diese Empfehlungen wurden eben erst publiziert. Würden sie umgesetzt, befände sich die Schweiz faktisch in einem kleinen Lockdown und beispielsweise Skigebiete könnten das Weihnachtsgeschäft vergessen.

Mehrere Taskforce-Mitglieder reagierten allerdings überrascht betreffend die zentralen Forderungen des Papiers. Ihnen zufolge sei man im Gremium zum Schluss gekommen, dass die flächendeckenden Schliessungen erst opportun sind, wenn sich in den nächsten zwei Wochen die Fallzahlen nicht deutlich reduzieren. Namentlich die Meinungen zur Notwendigkeit und zur Dringlichkeit der Schliessung der Restaurants gehen weit auseinander.

Konfrontiert mit der Verwirrung zum Taskforce-Papier relativiert Präsident Martin Ackermann die Aussagen: Man plädiere dafür, dass sich «die Schweiz schon heute vorbereitet für Schliessungen» und dass diese eine Option bleiben müsse.

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