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Chaos in Heathrow

Mitten in der Ferienzeit muss die British Airways (BA) wegen eines Streiks alle Flüge von und nach London Heathrow streichen. Nach Angaben der grössten europäischen Airline tut sich bis Freitagabend nichts mehr.

Bis zu 70 000 Passagiere seien von den Ausfällen betroffen, gab British Airways am Freitag bekannt. Auch bei anderen Gesellschaften- darunter die australische Qantas, die Sri Lankan Airlines und Finnair - wurden Flüge gestrichen.

BA-Chef Rod Eddington entschuldigte sich bei den Fluggästen und sagte, dass er sich um eine Lösung des Konflikts bemühe. Wegen des Streiks befänden sich fast hundert Flugzeuge und tausend Piloten samt Kabinenpersonal rund um den Globus am falschen Platz.

Ausgelöst wurde der Streik bei der British Airways wegen eines Arbeitskonflikts bei der Catering-Firma Gate Gourmet, einer früheren Tochter der SAirGroup. Deren neue Besitzer, die Texas Pacific Group, hatte 600 Angestellte wegen eines wilden Streiks auf die Strasse gestellt.

Dies führte zu Engpässen bei der Versorgung der BA-Maschinen mit Bordverpflegung. Der Konflikt eskalierte schliesslich am Donnerstag, als aus Solidarität mit den Gate-Gourmet-Angestellten spontan Mitarbeiter der Gepäckabfertigung und des Bodenpersonales ihre Arbeit niederlegten.

Keine Einigung in Sicht

Ein Ende des Streits zwischen den Beschäftigten und der Leitung der Catering-Firma war nicht abzusehen. Verhandlungen zwischen der Unternehmensleitung und den Gewerkschaften endeten ergebnislos. Das Gate-Gourmet-Personal war aus Protest gegen die Einstellung von Saisonkräften in den Streik getreten.

Das Unternehmen erklärte, dass Änderungen bei der Lohnstruktur und den Arbeitsbedingungen notwendig seien, um das Überleben zu sichern. Die US-Investorengesellschaft Texas Pacific Group, hatte Gate Gourmet Ende 2002 von der zusammengebrochenen SAirGroup übernommen. (dapd)

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