Krawalle in Bern: Chaoten schossen mit Feuerwerk auf Autofahrer
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Krawalle in BernChaoten schossen mit Feuerwerk auf Autofahrer

Mit Feuerwerk Autofahrer attackiert, Polizisten mit Molotowcocktails attackiert: Vermummte Randalierer lieferten sich in der Nacht bei der Reitschule Strassenschlachten mit der Polizei.

von
jbu/am

Fliegende Steine, explodierende Molotow-Cocktails, zerschlagene Flaschen: Erneut erschüttern wüste Krawallen die Bundesstadt: Mehrere vermummte und komplett in schwarz gekleidete Chaoten haben sich in der Nacht auf Sonntag vor der Reitschule eine Strassenschlacht mit der Polizei geliefert. Die Krawallanten fackelten Container ab, zielten mit Feuerwerk auf Menschen und errichteten brennende Barrikaden auf der Neubrückstrasse. Verhaftet wurde niemand.

Warum ist die Situation bei der Reitschule erneut eskaliert? Laut Polzeiangaben wurden bereits um 23.30 Uhr vereinzelt Feuerwerkskörper auf vorbeifahrende Autos geschossen. Weil auf dem Vorplatz zu diesem Zeitpunkt eine grosse Party stieg, sah die Polizei vorerst von einer Intervention ab. Gegen zwei Uhr zog ein Saubannerzug Richtung Schützenmatte, setzte Container in Brand und errichtete Strassenbarrikaden. «Als die Polizisten eintrafen, wurden sie sofort mit Feuerwerk und Steinen angegriffen. Auch zwei Molotowcocktails flogen Richtung unsere Leute», sagt Polizeisprecher Michael Fichter.

Schwarzer Block zog sich in Reitschule zurück

Darauf setzte die Polizei Tränengas und Gummischrot ein: «Das Tränengas ist bis in die Reithalle eingedrungen, wir mussten uns ein Tuch vor das Gesicht halten und flüchten», berichtet eine Augenzeugin. Bilder zeigen, wie der ganze Vorplatz in einen Tränengasnebel eingehüllt ist.

«Die Polizei ging vehement mit Tränengas und Gummischrot gegen Randalierer vor. Unbeteiligte Partygänger wurden aufgerufen, das Gelände zu verlassen», berichtet ein weiterer Augenzeuge. Der Schwarze Block habe sich aber danach in die Reitschule zurückgezogen. «Zurück blieb eine riesige Verwüstung. Auf der Schützenmatte sind zig Autoscheiben eingeschlagen worden, überall lagen zerborstene Flaschen herum.»

Keine Verhaftungen

Die angerückte Feuerwehr musste dann unter Polizeischutz die brennenden Container löschen. Gegen fünf Uhr beruhigte sich die Lage und die Polizei konnte abziehen. Ein Polizist wurde durch Glassplitter leicht verletzt. Die Polizei konnte keinen der Radaubrüder verhaften. «Es war ein schwieriger Einsatz - auch wegen den vielen Unbeteiligten. Im Vordergrund stand für uns, die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen», so Polizeisprecher Fichter.

Zuletzt erlebte Bern vor rund zwei Monaten wüste Krawallen, als das Tanz dich frei in eine wilde Strassenschlacht ausartete. Der Schaden ging in die Millionenhöhe.

Passanten attackierten Chaoten

Als die Chaoten beim Bollwerk erneut zu wüten begannen, platzte einigen der Hunderten unbeteiligten Nachtschwärmern der Kragen: «Passanten haben vor dem Restaurant O bolles einem Vermummten Bretter aus den Armen gerissen, welcher er auf das Feuer werfen wollte», schildert Augenzeuge Alexander Gerber. Andere hätten Zivil­courage gezeigt, indem sie Flaschen von der Strasse weggeräumt hätten. Damit nicht genug: Wie ein Besucher des Le Ciel schildert, hätten Party­gänger auch versucht, die lodernden Barrikaden-Feuer zu bekämpfen. «Leute haben mit Brettern versucht, Stühle und Bänke aus den Flammen zu stossen.» Die Nachtschwärmer-Seele kocht: Nachdem bereits am Tanz dich frei Chaoten die Party ruiniert hätten, dürfe dies nicht wieder geschehen. «Wir lassen uns von ein paar Idioten nicht die Stadt zerstören», so Gerber.

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