Aktualisiert 30.08.2015 13:51

KlassikerCharaktertest für den FCB und Gerüchte um Embolo

Der Klassiker gegen den FCZ wird für den FCB ein Prüfstein. Begleitet wird die Partie von Nebengeräuschen um Stürmer Breel Embolo.

von
Eva Tedesco

Urs Fischer trifft erstmals als FCB-Trainer auf seinen Stammklub den FC Zürich und bezeichnet die Partie als «Charaktertest». (Video: 20 Minuten)

Viel Zeit hatte der FCB nicht, das Verpassen des ersten Saisonzieles wegzustecken. Manchmal ist es aber auch besser, wenn man Enttäuschungen rasch mit neuen Aufgaben vergessen machen kann. Eine solche Gelegenheit bietet sich Rotblau am Sonntag im Klassiker gegen den FC Zürich.

«Könnte möglich sein», sagt FCB-Trainer Urs Fischer auf die Frage, ob der Klassiker gerade zur rechten Zeit komme und die Motivation auf Rehabilitation gegen den Erzrivalen vielleicht eine Spur grösser sein könnte als gegen einen anderen Gegner. «Am Schluss werden es aber die neunzig Minuten zeigen, und dann im Nachhinein kann man sagen, dass der FCZ zur rechten Zeit gekommen ist.»

Charaktertest heftiger als gegen Lugano

Am Morgen nach dem Ausscheiden aus der Champions League hatte Fischer am Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv von einem «Charaktertest» gesprochen. Der FCB-Trainer bleibt bei seiner Aussage, ergänzt dann noch: «Dieser ist aber heftiger als gegen Lugano». Das Spiel gegen den Aufsteiger musste der FCB am Samstag vor dem wichtigen Playoff-Rückspiel gegen Maccabi Tel Aviv im Tessin bestreiten und bestand die Prüfung mit einem ungefährdeten 3:1-Sieg.

Heftiger wohl deshalb, weil sein Team mitten in der Verarbeitung des Dämpfers im Europacup steckt. Noch am Mittwochabend nach der Ankunft aus Israel habe man einen Lauf entlang der Birs gemacht und Fischer habe einige Worte an die Mannschaft gerichtet. «Aber es geht weiter», so Fischer. Einen Grund, die Spielweise zu ändern, sieht er nicht. «Mit neun Siegen und zwei Unentschieden in elf Partien kann man sagen, dass wir wohl einiges richtig gemacht haben.»

Hyppiä im Stadion

Die Ausgangslage vor dem Klassiker könnte nicht unterschiedlicher sein. Sechs Spiele, 18 Punkte. Dem FCB läuft es in der Liga wie am Schnürchen. Mit lediglich fünf Punkten nach sechs Runden weist der FCZ indes eine magere Bilanz auf, liegt mittlerweile auf dem zehnten und letzten Tabellenplatz und hat in der noch jungen Meisterschaft bereits eine Trainer-Entlassung hinter sich. Für Urs Meier war nach dem 3. Spieltag Schluss. Seither coacht Assistent Massimo Rizzo (ein Sieg, zwei Niederlagen) die Zürcher. Aber nur noch in Basel, ab Montag übernimmt der ehemalige Liverpool- und Leverkusen-Profi Sami Hyypiä beim FCZ. Zuvor wird sich der Finne sein Team in Basel im Stadion ansehen. Zum ersten Mal live notabene.

Fischer rechnet deshalb nicht mit zusätzlich motivierten Zürchern. «Wenn du erst einen Trainerwechsel brauchst als Profi, um bereit zu sein, an Grenzen zu gehen, hast du schon verloren», ist der FCB-Trainer überzeugt. «Ich habe die Spiele des FCZ verfolgt und so schlecht wie es aussieht, ist der FCZ nicht.»

Wolfsburgs Interesse an Breel Embolo

Möglich, aber Zahlen lügen nicht und die FCB-Fans haben gute Erinnerungen an den letzten Besuch der Zürcher im Joggeli. Am 12. April schraubte Rotblau den FCZ förmlich auseinander und siegte 5:1. Breel Embolo traf dabei drei Mal. Nun steht der Youngster schon vor der Partie im Mittelpunkt des Interesses.

Gemäss der «Wolfsburger Allgemeinen Zeitung» ist der VfL Wolfsburg heiss auf das Basler Sturmjuwel. Nach dem Wechsel von Kevin De Bruyne für 75 Millionen Euro zu Manchester City und dem drohenden Transfer von Ivan Perisic zu Inter Mailand soll Embolo einen Teil der Abgänge kompensieren. Die Champions League könnte dabei das Zünglein an der Waage sein. Transferschluss in Deutschland ist am Montag um 12 Uhr.

Doch aus dem Wechsel von Embolo wird nichts. Bernhard Heusler sagte gegenüber dem Teleclub, dass man mit dem Stürmer am Samstag zusammen gesessen sei. Beim Gespräch sei entschieden worden, das Embolo diese Saison bei Basel bestreitet.

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