Aktualisiert

Mohammed-Schmähungen «Charlie Hebdo»-Chef bedroht - Festnahme

«Wer bringt mir diesen Kopf»: Ein 40-jähriger Islamist hatte dazu aufgerufen, den Chef des Satire-Blatts «Charlie Hebdo» zu Köpfen. Nun hat die Polizei eingegriffen.

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«Charlie Hebdo» weicht nicht zurück: Der neue Titel des Satireblattes mit einem knutschenden Propheten Mohammed wird Islamisten wenig Freude machen, nachdem ...

«Charlie Hebdo» weicht nicht zurück: Der neue Titel des Satireblattes mit einem knutschenden Propheten Mohammed wird Islamisten wenig Freude machen, nachdem ...

.... das Heft zuvor wegen dieses Titels unter Beschuss von islamistischen Fanatikern geraten war.

.... das Heft zuvor wegen dieses Titels unter Beschuss von islamistischen Fanatikern geraten war.

Tatsächlich übt das Blatt immer wieder Kiritk an Religionen - und zwar an allen. «Wir müssen Charlie Hebdo verschleiern», sind sich die drei grossen Glaubensrichtungen hier einig.

Tatsächlich übt das Blatt immer wieder Kiritk an Religionen - und zwar an allen. «Wir müssen Charlie Hebdo verschleiern», sind sich die drei grossen Glaubensrichtungen hier einig.

In Frankreich hat die Polizei einen Mann festgenommen, der nach Veröffentlichung umstrittener Mohammed-Karikaturen im Satire-Blatt «Charlie Hebdo» zur Enthauptung des verantwortlichen Redaktors aufgerufen hat.

Der in La Rochelle gefasste 40-Jährige habe auf einer islamistischen Website gefordert, den Direktor zu köpfen, verlautete am Wochenende aus Justizkreisen.

Der Mann soll auf der Internetseite mit Blick auf den Zeichner Charb, der die Satire-Zeitung leitet, geschrieben haben: «Wer bringt mir diesen Kopf, das bringt das Fass zum überlaufen.» Charb sagte daraufhin am Samstag, er habe keine Angst. Seine Wochenzeitung habe stets mit Drohungen leben müssen. Charb steht seit einem Angriff auf die Redaktion im November unter Polizeischutz.

Proteste im Keim erstickt

Angesichts des massiven Einsatzes der Polizei wurden die wenigen Proteste, die es einem offiziellen Demonstrationsverbot zum Trotz in Paris und Lille gab, rasch aufgelöst. In beiden Städten wurden nach Angaben der Polizei mehrere Dutzend Teilnehmer zur Überprüfung ihrer Identität kurzzeitig festgenommen. In Marseille waren 60 Polizisten und ein Helikopter im Einsatz, um eine Demonstration zu verhindern, zu der letztlich nur ein Teilnehmer erschien.

Innenminister Manuel Valls bezeichnete das Demonstrationsverbot als «völlig gerechtfertigt» und lobte die Muslime für ihre «Weisheit und Reife». Er hatte das Verbot damit begründet, dass die Proteste unweigerlich zur Störung der öffentlichen Ordnung führen würden. Auch der Rektor der Grossen Moschee von Paris, Dalil Boubakeur, sagte, die Muslime hätten «Reife» bewiesen, indem sie nicht auf die «Provokationen» reagierten.

Polizei stellt Waffen sicher

Am Samstag wurde ein 24-jähriger Arbeiter zu drei Monaten Haft verurteilt, weil er vergangene Woche bei einer nicht-genehmigten Demonstration gegen den Film vor der US-Botschaft eine Waffe getragen hatte. In Toulon wurde am Sonntag ein 18-Jähriger festgenommen, der nach Angaben der Polizei mit einem Angriff auf Mitarbeiter von «Charlie Hebdo» gedroht haben soll. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung seien mehrere Messer sichergestellt worden.

Die Veröffentlichung der Karikaturen durch «Charlie Hebdo» am Mittwoch war bei Muslimen in Frankreich und anderen Ländern auf Empörung stiessen. Aus Angst vor gewaltsamen Protesten hatte die Regierung in Paris daraufhin verstärkte Sicherheitsvorkehrungen für französische Einrichtungen angeordnet. Botschaften, Konsulate, französische Schulen und Kulturzentren in rund 20 muslimischen Ländern blieben am Freitag ganz geschlossen. (sda)

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