Ausgabe nach Attentat: «Charlie Hebdo» gibts bei uns erst ab Freitag
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Ausgabe nach Attentat«Charlie Hebdo» gibts bei uns erst ab Freitag

Die neue «Charlie Hebdo»-Ausgabe erscheint in einer Auflage von drei Millionen Exemplaren. Nur ein sehr kleiner Teil davon landet in der Schweiz.

von
lüs
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Am Mittwoch, 14. Januar, erschien in Frankreich die erste Ausgabe der Zeitung «Charlie Hebdo» nach den Terroranschlägen, natürlich mit einer Mohammed-Karikatur auf der Titelseite.

Am Mittwoch, 14. Januar, erschien in Frankreich die erste Ausgabe der Zeitung «Charlie Hebdo» nach den Terroranschlägen, natürlich mit einer Mohammed-Karikatur auf der Titelseite.

Keystone/Charlie Hebdo / Handout
In der Deutschschweiz war die Zeitung ab Freitag, 16. Januar, erhältlich.

In der Deutschschweiz war die Zeitung ab Freitag, 16. Januar, erhältlich.

AFP/Bertrand Guay
In der Ausgabe vom 7. Januar 2015 widmete sich «Charlie Hebdo» dem neuen Roman des französischen Skandalautors Michel Houellebecq, der darin die Machtübernahme durch einen muslimischen Präsidenten in Frankreich im Jahr 2022 beschreibt.

In der Ausgabe vom 7. Januar 2015 widmete sich «Charlie Hebdo» dem neuen Roman des französischen Skandalautors Michel Houellebecq, der darin die Machtübernahme durch einen muslimischen Präsidenten in Frankreich im Jahr 2022 beschreibt.

Zwölf Menschen starben beim Attentat islamistischer Terroristen auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» – doch die Überlebenden lassen sich nicht beirren, am Mittwoch erscheint die erste Ausgabe des Blatts nach der Bluttat.

Auch Schweizer Verkaufsstellen werden mit der Zeitschrift beliefert. Doch bei uns landet nur ein kleiner Teil der Millionenauflage: Der französische Verlag könne nur 800 Exemplare liefern, obwohl man sich um mehr bemüht habe, heisst es beim Pressegrosshandel 7Days Media Services, der in der Deutschschweiz und im Tessin unter anderem den grössten Schweizer Kioskbetreiber Valora versorgt. Erhältlich ist «Charlie Hebdo» in der Deutschschweiz und im Tessin – anders als in Frankreich – erst am Freitag. Die Zeitschrift kostet Fr. 5.10.

In der Romandie gibts die Zeitschrift am Donnerstag

Valora-Sprecherin Stefania Misteli sagt, bereits vor dem Terroranschlag habe man die Satirezeitschrift im Sortiment gehabt – bislang reichten jedoch jeweils insgesamt 130 Exemplare, um die Nachfrage zu befriedigen. «Vor allem in den K-Kiosken und Press&Book-Shops an zentraler Lage in den Städten, wo wir ein grosses Interesse erwarten, wird die Zeitschrift am Freitag erhältlich sein», so Misteli.

In der Romandie kommt «Charlie Hebdo» bereits am Donnerstag in die Kioske – Vertreiber Naville hat sich 5000 Exemplare sichern können, wie es dort auf Anfrage heisst. Man hoffe, dass man später eine zweite Lieferung von weiteren 5000 erhalten wird. Vor dem Attentat waren in der Westschweiz pro Woche 300 Exemplare von «Charlie Hebdo» verkauft worden.

Neue Drohungen

Die muslimische Einrichtung Dar al-Ifta in Kairo bezeichnete die geplante Karikatur indes als «ungerechtfertigte Provokation» für Millionen Muslime, die ihren Propheten respektieren und liebten. Kurz darauf registrierte die auf die Beobachtung von Terroraktivitäten spezialisierte US-Gruppe SITEauf einschlägigen Webseiten Aufrufe zu neuen Anschlägen auf «Charlie Hebdo» sowie anonyme Drohungen von Extremisten.

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