Harvard-Professor: «‹Charlie Hebdo› war eine PR-Aktion von Al Kaida»
Aktualisiert

Harvard-Professor«‹Charlie Hebdo› war eine PR-Aktion von Al Kaida»

Der Angriff auf «Charlie Hebdo» soll laut einem Harvard-Professor Aufmerksamkeit auf die Al Kaida lenken. Die Gruppe wolle zurück in die Schlagzeilen.

von
nsa
Die Terroristen sollen zur Al Kaida von Jemen gehören.

Die Terroristen sollen zur Al Kaida von Jemen gehören.

Konkurrenzkampf unter Terroristen: Der mutmassliche Al-Kaida-Angriff auf «Charlie Hebdo» sei nicht nur ein Einschüchterungsversuch gegen den Westen, sondern auch eine PR-Aktion gegen die Terrorismus-Konkurrenz vom «Islamischen Staat», so Harvard-Professor Noah Feldman in einem Artikel für «Bloomberg View».

«Das Ziel dieser Attacke ist es, Al Kaida zurück in die Schlagzeilen zu bringen», schreibt Feldman. Die Terror-Organisation wolle damit an die Erfolge des IS anschliessen, der sie in den letzten Monaten in den Schatten gestellt hatte. Der IS habe mit seinem «Kalifat» Aufmerksamkeit erreicht, die der Al Kaida in den letzten Jahren zunehmend entglitten war. «Charlie Hebdo» sei ein Versuch, diese wiederzuerlangen.

«Das waren keine Freizeitterroristen»

Das Attentat auf die Redaktion ist laut Feldman dementsprechend auch keine direkte Reaktion auf Cartoons von «Charlie Hebdo». Die Terroristen hätten sich «Charlie Hebdo» eher als passendes Ziel aus der europäischen Medienlandschaft ausgesucht, denn: «Bei so einem Angriff werden nicht nur wegen der vielen Toten Schlagzeilen geschrieben, sondern weil die Medien über einen von ihnen berichten, der angegriffen wurde.»

«In nachrichtendienstlichen Kreisen wusste man schon länger, dass Al Kaida sich zurückmelden wird», sagte auch Peter Regli, der ehemalige Chef des Schweizerischen Geheimdienstes (SNDB), zu Tele Züri. Auf eine längerfristig geplante Tat lasse sich durch die Brutalität und Zielstrebigkeit der Täter schliessen: «Das waren keine Freizeitterroristen!»

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