Todkrankes Baby: Charlie soll sterben – jetzt mischt sich Trump ein

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Todkrankes BabyCharlie soll sterben – jetzt mischt sich Trump ein

Der zehn Monate alte Charlie Gard ist unheilbar krank. Eine experimentelle Therapie in den USA könnte helfen – nun bietet Trump seine Unterstützung an.

von
nk
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Drama in England: Die Eltern Connie Yates und Chris Gard. (24. Juli 2017)

Drama in England: Die Eltern Connie Yates und Chris Gard. (24. Juli 2017)

AFP/Chris j Ratcliffe
Der junge Brite Charlie Gard leidet an einem seltenen Gendefekt. Seine britischen Ärzte wollen nun die lebenserhaltenden Massnahmen einstellen.

Der junge Brite Charlie Gard leidet an einem seltenen Gendefekt. Seine britischen Ärzte wollen nun die lebenserhaltenden Massnahmen einstellen.

Keystone/AP
Charlies Eltern laufen Sturm dagegen. Nun sind sie aber auch beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg mit einer Beschwerde abgeblitzt. Sie wollen ihren Sohn in den USA experimentell behandeln lassen.

Charlies Eltern laufen Sturm dagegen. Nun sind sie aber auch beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg mit einer Beschwerde abgeblitzt. Sie wollen ihren Sohn in den USA experimentell behandeln lassen.

Keystone/AP

US-Präsident Donald Trump hat sich in den Streit um ein unheilbar krankes Baby in Grossbritannien eingeschaltet. «Wenn wir dem kleinen #CharlieGard helfen können wie unsere Freunde in Grossbritannien und der Papst, wären wir hocherfreut, das zu tun», schrieb Trump am Montag auf Twitter.

Eine Sprecherin des Weissen Hauses sagte, dass zwar nicht Trump persönlich, sehr wohl aber andere Mitglieder der US-Regierung mit Charlies Eltern gesprochen hätten. Sie wollten aber keinen Druck ausüben, sondern nur helfen.

«Kleine Chance» für Verbesserung

Der zehn Monate alte Charlie leidet an einem seltenen Gendefekt und hat Hirnschäden. Seine Eltern wollten ihn für eine experimentelle Therapie in die USA bringen. Der dafür zuständige Spezialist sagte gemäss der britischen Zeitung «Guardian» bei einer Gerichtsanhörung im April, es gebe eine «kleine Chance» für bedeutende Verbesserungen bei Charlies Hirnfunktionen. Er betonte aber, es sei lediglich eine Behandlung, eine Heilung gebe es nicht.

Die britischen Ärzte, die das Baby bisher behandeln, sind allerdings davon überzeugt, dass die Therapie nicht helfen würde. Sie wollen deshalb die lebenserhaltenden Massnahmen einstellen. Letzte Woche scheiterten die Eltern mit einer Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Auch der Papst setzt sich ein

Am Sonntag hatte sich dann selbst Papst Franziskus eingeschaltet. Er erklärte, er verfolge die Angelegenheit «mit Anteilnahme». Er bete für Charlies Eltern und hoffe, «dass ihr Wunsch, ihr Kind bis zum Ende zu begleiten und für es zu sorgen, nicht missachtet» werde.

Ebenfalls am Sonntag demonstrierten etwa hundert Menschen in London für eine Weiterbehandlung des Kindes. Sie riefen «Rettet Charlie Gard», auf einem Spruchband stand «Mörder» geschrieben. (nk/sda/dapd/afp)

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