Aktualisiert 19.08.2009 18:27

Schnell & lustigCharme hoch zwei

Moderatorin Eva Camenzinds Mutter legt jede Sendung ihrer Tochter ab. Auf den roten Teppich geht sie aber niemals mit.

von
Dominik Locher

Eva (29), die Schnelle:

«Meine Mutter hat ganz schön was drauf. Mit 52 hat sie ein Computer-Diplom gemacht und repariert dem halben Quartier die PCs. Früher war sie Biologin. Während ihres Studiums musste sie zum Beispiel Vogelspinnen melken. Ich könnte die Viecher nie anfassen! Meine Mutter ist eine Lustige: Sie erzählt immer in den unmöglichsten Situationen Witze, auch wenn sie völlig unpassend sind. Das kann manchmal ein wenig unangenehm sein. Gerade, wenn man frisch in einer Beziehung steckt und einander noch nicht so gut kennt. Früher gabs bei uns zuhause eine Süssigkeiten-Schublade, aus der ich mich immer bedienen konnte. Disziplin musste ich mir selbst beibringen. Als ich anfing, mich zu schminken, war meine Mutter ein wenig befremdet. Denn sie selber trägt höchstens Lippenstift. High Heels hat sie keine. Braucht sie auch nicht. Denn auf einen roten Teppich würde sie mich nie begleiten! Da geht sie lieber wandern.»

Marika (61), die Lustige:

«Evi war schon immer eine Schnelle: Als sie auf die Welt kam, dauerte es von den ersten Wehen bis zur Geburt nur 35 Minuten. Und aufgeklärt hat sie das Fernsehen, bevor ich überhaupt dazu kam. Die Flimmerkiste hat sie immer schon fasziniert. Als sie fünf war, filmte ich sie mit meiner Super-8-Kamera. Sie fragte: ‹Mami, komm ich jetzt im Fernsehen?› Ich habe jede ihrer Sendungen archiviert und sammle alles, was über sie geschrieben wird. Neuerdings warnt mich sogar ein Google-Alert, wenn im Web eine neue Meldung veröffentlicht wird. Mit ihrem Charme schafft sie es immer noch, mich um den Finger zu wickeln. Vormachen konnte sie mir aber nie etwas. Ob Schwärmereien oder das erste Mal kiffen – ich fand immer alles heraus. Manchmal meine ich es ein bisschen zu gut mit ihr. Dann will ich ihr neue Socken kaufen, weil sie in den alten ein Loch hat. Das kann sie schon mal nerven – schliesslich ist sie ja erwachsen.»

Fels in der Brandung

Eva Camenzinds Mutter Marika Nidecker Hebeisen ist der ruhende Pol im Leben der Radio-Energy-Moderatorin. Schon im Swimmingpool der Tante, wo das Bild Ende der 1980er-Jahre aufgenommen wurde, schaute die studierte Biologin gut zu ihrer Tochter, dem jüngsten von drei Kindern. Heute braucht Eva allerdings keine Flügeli mehr; die Baslerin ist jetzt ein grosses Mädchen und gehört zu den festen Grössen in der Schweizer Medienlandschaft.

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