Aktualisiert

Charmeoffensive Hus in den USA

Zum Auftakt eines viertägigen Besuchs in den USA hat der chinesische Staatschef Hu Jintao einen besseren Kampf gegen die Produktpiraterie zugesagt. China habe den Schutz der Urheberrechte bereits per Gesetz verstärkt, sagte Hu.

Hu äusserte sich am Dienstag (Ortszeit) nach einem Besuch beim US-Softwarekonzern Microsoft in Redmond bei Seattle zu der Frage. Die Produktpiraterie ist neben der rigiden chinesischen Währungspolitik eines der strittigsten Themen zwischen beiden Ländern.

China werde sein «Versprechen ernsthaft halten», gegen die Produktpiraterie vorzugehen, sagte Hu. Seine Regierung hatte vor dem Besuch ein Dekret erlassen, wonach auf allen in China verkauften Computern legale Software installiert sein muss.

Der Sprecher des chinesischen Patentamtes, Wang Ziqiang, räumte allerdings ein, die Volksrepublik werde auch künftig Probleme mit der Software-Piraterie haben. Er wies aber Vorwürfe von US- Handelsminister Carlos Gutierrez als «unbegründet» zurück, wonach 70 Prozent der Software auf chinesischen Regierungscomputern gefälscht sein soll.

Hu begann seinen ersten Besuch in den USA mit einer Charmeoffensive. Er ging in Seattle auch auf die Besorgnis der US- Regierung wegen des grossen Defizits in der Handelsbilanz beider Länder ein und stellte in Aussicht, dass weitere Reformen und die Öffnung Chinas noch bessere Aussichten für den Handel und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern versprächen.

Angesichts des Atomstreits mit dem Iran und Nordkorea sprach Hu von einer gemeinsamen Verantwortung für «die Förderung von Frieden und Entwicklung» in der Welt.

Treffen mit Bush

Hu wollte am Mittwoch nach einem Besuch bei dem Flugzeugkonzern Boeing nach Washington weiterreisen, wo für Donnerstag ein Treffen mit Präsident George W. Bush geplant ist. Dabei wollte Bush eine Lockerung des Wechselkurses fordern.

Peking hatte zwar im Juli dem Yuan etwas mehr Spielraum gegeben, aber nur geringfügig. Der Wert der chinesischen Währung gegenüber dem Dollar stieg seither um lediglich zwei Prozent. Das US- Finanzministerium wird kurz nach Hus Visite einen Bericht über die Wechselkurse veröffentlichen; denkbar ist, dass Peking darin der «Manipulation» seiner Währung angeklagt wird. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.