KI: ChatGPT ermöglicht Leuten mehrere Jobs zugleich

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Phänomen Überbeschäftigte«ChatGPT macht über 80 Prozent meiner Jobs»

Immer mehr Angestellte setzen bei der Erledigung ihrer Arbeit auf künstliche Intelligenz. Dies erlaubt es vielen auch, in mehreren Jobs zugleich zu arbeiten, ohne dass dies der Arbeitgeber bemerkt.

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Immer mehr Arbeitnehmende setzen zumindest teilweise auf ChatGPT, um ihren Job zu erledigen.

Immer mehr Arbeitnehmende setzen zumindest teilweise auf ChatGPT, um ihren Job zu erledigen.

IMAGO/NurPhoto
Der Chatroboter kann so gut unterstützen, dass einige deshalb nun gleich mehrere Jobs auf einmal machen.

Der Chatroboter kann so gut unterstützen, dass einige deshalb nun gleich mehrere Jobs auf einmal machen.

REUTERS
Der Dienst des OpenAI-Gründers Sam Altman (37) ist der herkömmlichen Suchmaschinensuche in vielen Punkten überlegen – so kann er programmieren und schwierige Gleichungen lösen, aber auch E-Mails schreiben und Marketingkampagnen ausarbeiten.

Der Dienst des OpenAI-Gründers Sam Altman (37) ist der herkömmlichen Suchmaschinensuche in vielen Punkten überlegen – so kann er programmieren und schwierige Gleichungen lösen, aber auch E-Mails schreiben und Marketingkampagnen ausarbeiten.

imago/xcitepress

Darum gehts

  • Dass Personen mehreren Jobs nachgehen, ist in den USA kein neues Phänomen.

  • Nun setzen aber mehr und mehr dieser «Überbeschäftigten» auf Chatroboter wie ChatGPT, um ihre Arbeit zu erleichtern.

  • Bei einzelnen würde gar der Grossteil der Arbeit von der künstlichen Intelligenz verrichtet.

Während Homeoffice in einigen Jobs schon seit längerer Zeit gängig ist, hat die Corona-Pandemie viele Arbeitgebende dazu gezwungen, neue Wege für ihr Personal zu finden – und es den Arbeitnehmenden zugleich erleichtert, mehreren Jobs aufs Mal nachzugehen, ohne dass dies einem der Arbeitgeber auffällt.

Diese «Überbeschäftigten», wie sich die Personen in den USA selbst bezeichnen, nutzen nun offenbar auch die neusten KI-Modelle wie ChatGPT, um sich das Leben leichter zu machen und ihre Effizienz und Produktivität bei der Arbeit zu steigern.

ChatGPT: Fluch oder Segen?

Während die Sorge, dass das klassische Personal zumindest teilweise bald von einem KI-Modell ersetzt werden könnte, umgeht, sehen viele der «Überbeschäftigten» in ChatGPT ein Mittel, ihr Einkommen zu erhöhen oder die Belastung durch mehrere Jobs zu minimieren, wie «Vice» berichtet.

Dies zeigt das Beispiel von Ben, der in Toronto lebt und Finanztechnologiefirmen bei der Vermarktung ihrer neuen Produkte unterstützt. Nachdem er im letzten Jahr mehr und mehr über ChatGPT gelesen hatte, begann er, den Chatbot in seine tägliche Arbeit einzubinden: So liefert er ChatGPT den Kontext und die Vorlage zu einem Produkt, und der KI-Chatbot macht den Rest. «Mein Job ist dadurch nicht ein bisschen, sondern massiv einfacher geworden», sagt er.

Nutzt du in deinem Job auch ChatGPT?

Bei seinem Marketingjob habe jeder seiner Kollegen gewusst, dass er ChatGPT braucht – die meisten nutzten das Tool ebenfalls, wie Ben sagt. Die massive Arbeitsentlastung brachte ihn aber auf die Idee, einen zweiten Job zu suchen. Sogar das Bewerbungsschreiben liess er sich von ChatGPT anfertigen – der Sprachroboter sei auch «der einzige Grund», weswegen er den Job erhalten habe. «Die künstliche Intelligenz erledigt etwa 80 Prozent meines Jobs, wenn ich ehrlich bin», so der Kanadier.

Informatiker lassen Chatbot coden

Charles, der als Software-Ingenieur und Produktmanager arbeitet, arbeitet derzeit an zwei Orten, hatte während des Höhepunkts der Pandemie aber gar vier Jobs gleichzeitig. Er nutzt KI-Tools, um schriftliche Aufgaben wie das Schreiben eines Memos oder das Erteilen von Anweisungen an Ingenieure auszulagern. Ausserdem verwendet er ChatGPT, um beim Programmieren eine Grundlage zu schaffen. Der mit ChatGPT erstellte Code funktioniert oft nicht perfekt, aber Fehler können leicht erkannt und behoben werden.

Während viele Leute den Wegfall vieler Arbeitsplätze durch die neue Technologie befürchten, sehen viele der «Überbeschäftigten» die KI-Technologie als ein Werkzeug, das ihre Arbeit einfacher und effizienter macht. Trotzdem ist weiterhin Vorsicht geboten: Immer wieder können ChatGPT auch kleinere oder gröbere Fehler unterlaufen, die gerade in Bereichen wie der Finanzwelt verheerende Auswirkungen haben könnten.

KI-Pannen können verheerende Folgen haben

Exemplarisch zeigte sich dies während der Präsentation von «Bard», dem Chatroboter von Google, der als direkter Konkurrent zu OpenAIs ChatGPT, das mittlerweile von Microsoft aufgekauft wurde, agieren soll. Auf die Frage, von welchen neuen Entdeckungen des James-Webb-Teleskops der Fragensteller seinem Kind berichten könne, antwortete der Bot selbstsicher, dass das Teleskop die ersten Aufnahmen von Exoplaneten, also Himmelskörpern ausserhalb unseres Sonnensystems, gemacht habe.

Doof nur, dass das nicht stimmt. Als Erstes gelang es nämlich dem Grossteleskop der Europäischen Südsternwarte in München im Jahre 2004, Exoplaneten sichtbar zu machen. Das James-Webb-Teleskop startete derweil erst am 25. Dezember 2021 seine Reise ins All. Der peinliche Fehler während der Präsentation sorgte nicht nur für Gespött im Netz, sondern auch für einen Kurseinbruch an der Börse: So büsste die Google-Aktie zeitweise 100 Milliarden Dollar an Wert ein.     

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