Geldnot: Chauffeur stiehlt 1464 Päckli

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GeldnotChauffeur stiehlt 1464 Päckli

Hunger, Geldnot, Gelegenheit – ein Päckli-Chauffeur konnte die Finger nicht von seiner Fracht lassen. Über 1000-mal griff er zu.

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1464 Päckli und Briefe entwendete der Mann in der Hoffnung, Geld und Esswaren zu ergattern.

1464 Päckli und Briefe entwendete der Mann in der Hoffnung, Geld und Esswaren zu ergattern.

Keystone/urs Flueeler

Handys, Eheringe, Edelsteine, Reka-Checks, Formel-1-Tickets, Briefmarken – und Fresspäckchen für Rekruten: Alles, was nach Essbarem oder Geld aussah, liess Chauffeur Sandro W. (46) aus der Zentralschweiz mitgehen. 1464 Päckchen oder Briefe lieferte er nicht aus, sondern nahm sie mit nach Hause.

Dabei ergatterte er Gegenstände im Wert von 70'931.85 Franken. W. arbeitete für eine Firma, die im Auftrag der Post Briefe und Pakete transportiert. Nun wird sein Fall im abgekürzten Verfahren vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona behandelt.

Fresspäckli geöffnet

Sandro W. wurde im Februar 2014 erwischt und sass 37 Tage in Untersuchungshaft – 14 Monate nachdem er mit den Diebstählen begonnen hatte. Aus der Anklageschrift geht hervor, dass W. aus Geldnot handelte, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Mit Reka-Checks bezahlte er die Betankung seines Autos, Fresspäckli an Rekruten öffnete er, um den Inhalt zu verzehren.

Zwei Eheringe verkaufte er an einen Goldschmied für 1100 Franken, eine Postcard, die mit dem PIN-Code versendet wurde, benutzte er, um an einem Postomaten 400 Franken abzuheben. In den Päckli fanden sich für ihn nicht immer brauchbare Gegenstände: So entwendete er Hundeplaketten, Aroma-Kinderöl oder mehrere biometrische Pässe.

Er hortete alles zu Hause

Bei einer Hausdurchsuchung wurden viele Gegenstände und Postsendungen sichergestellt, da der 46-Jährige alles zu Hause in einem verschlossenen Zimmer hortete, weil er nicht wusste, wie er diese hätte entsorgen können. Darunter etliche DVDs, Mobiltelefone, Glückwunschkarten, Rinder-Ohrmarken oder Duftsäckchen.

Ihm wird gewerbsmässiger Diebstahl, Betrug, Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses sowie betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage vorgeworfen. Es droht eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten.

*Name der Redaktion bekannt

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