Aktualisiert 11.01.2010 08:34

«Aló, Presidente»

Chávez droht mit Enteignungen

Venezuelas Staatschef Hugo Chávez hat die Händler in dem südamerikanischen Land davor gewarnt, die angekündigte Abwertung der Landeswährung Bolivar für exzessive Preissteigerungen zu missbrauchen. Bei Spekulationen könne er die Enteignung dieser Geschäfte anordnen.

Hugo Chavez, Präsident Venezuelas

Hugo Chavez, Präsident Venezuelas

In seiner Sendung «Aló, Presidente» (»Hallo Präsident» rief Chávez Militär und Polizei auf, auf die Strassen zu gehen und die Preisstabilität zu kontrollieren. «Es gibt keinen Grund für irgendwelche Preisanhebungen», sagte Chávez, der für diesen Montag die Bolivar-Abwertung und die Einführung eines «Doppelkurssystems» angekündigt hatte.

Danach verdoppelt sich der für die Industrie und wichtige Importe wie Autos und Elektronikprodukte massgebende Kurs des sogenannten Petro-Dollars von bisher 2,15 auf 4,30 Bolivar je US-Dollar. Der Kurs etwa für Importe von Lebensmitteln und Medikamenten wird dagegen «nur» auf 2,60 Bolivar angehoben.

Abwertung auf Kosten der Bevölkerung

Die Opposition warnte, die Abwertung gehe allein zulasten der Bevölkerung. Künftig müssten die Venezolaner für viele Produkte das Doppelte bezahlen, kritisierte der Bürgermeister von Caracas, Antonio Ledezma. Die Abwertung des Bolivar werde das Leben der Menschen verteuern und die heute schon hohe Inflation beschleunigen, die jetzt Kurs auf 30 Prozent nehmen werde.

Bereits 2009 registrierte Venezuela mit 25,1 Prozent Inflation die höchste Rate in Südamerika. Die Regierung in Caracas rechnet in diesem Jahr mit einer Abschwächung der Inflation auf 20 bis 22 Prozent.

Durch die Abwertung dürften vor allem die öffentlichen Einnahmen Venezuelas aus den Ölexporten steigen, die etwa 50 Prozent zum nationalen Budget beitragen. Das Bruttoinlandsprodukt des südamerikanischen Landes schrumpfte 2009 um 2,9 Prozent.

(sda)

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