Chávez droht USA mit Ölpreis von 200 Dollar
Aktualisiert

Chávez droht USA mit Ölpreis von 200 Dollar

«Dreht ihr uns den Geldhahn zu, so drehen wir euch den Ölhahn zu.» So kann man die neuste Drohung von Venezuelas Staatschef Hugo Chávez zusammenfassen. Er reagiert auf Pläne der USA, Gelder von Venezuela einzufrieren.

Venezuela, fünftgrösster Erdöl-Produzent der Welt, hat mit einem Stopp der Lieferungen in die USA gedroht. Wenn die USA weiterhin planten, Venezuela wirtschaftlich zu schädigen, werde kein Öl mehr an das Land geliefert, sagte Präsident Hugo Chávez am Sonntag in einer wöchentlichen Ansprache. Die USA beziehen etwa neun Prozent ihres Öls aus Venezuela.

Ölpreis von 200 Dollar?

Sollten sich die Amerikaner weiter so aggressiv wie zuletzt verhalten, könne dies an den Weltmärkten zu einer Verdoppelung des Ölpreises auf nahezu 200 Dollar führen, sagte Chávez. Er bezog sich dabei auf den Streit mit dem US-Ölkonzern Exxon Mobil.

Exxon hatte in der vergangenen Woche erklärt, er habe von Gerichten Vermögen der staatlichen venezolanischen Ölfirma PDVSA im Wert von bis zu zwölf Milliarden Dollar einfrieren lassen. Damit will Exxon die Zahlung von Entschädigungen sichern, die der Konzern vor einem Schiedsgericht beantragt hat.

Exxon verstaatlicht

Chávez hatte im Juni die Anteile von Exxon und dessen US-Konkurrenten ConocoPhillips in der Orinoco-Region im Zuge einer Verstaatlichung übernommen. Exxon hatte dagegen Einspruch eingelegt.

Die Nationalisierung war Teil einer Verstaatlichungswelle in Venezuela. Chávez hatte dabei erklärt, die Gewinne aus dem Ölgeschäft gerechter verteilen zu wollen.

(sda)

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