Venezuela: Chávez: «Fahrt zur Hölle, ihr dreckigen Yankees!»
Aktualisiert

VenezuelaChávez: «Fahrt zur Hölle, ihr dreckigen Yankees!»

Nach Bolivien hat aus Solidarität auch Venezuela die Ausweisung des US-Botschafters angeordnet. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez spricht von einem amerikanischen Komplott.

"Fahrt zur Hölle, ihr dreckigen Yankees!"

Der US- Botschafter in Caracas, Patrick Duddy, müsse das Land binnen 72 Stunden verlassen, sagte der venezolanische Präsident Hugo Chávez am Donnerstag (Ortszeit) bei einer öffentlichen Veranstaltung in Puerto Cabello.

Auch den eigenen Botschafter in Washington solle Aussenminister Nicolás Maduro zurückrufen, ordnete der Staatschef an. Venezuela werde erst wieder einen Botschafter in die USA schicken, wenn US- Präsident George W. Bush abgelöst worden sei.

«Von jetzt an ist Bolivien nicht mehr allein», betonte Chávez. Chávez warnte Washington vor einer Aggression gegen Venezuela. In diesem Fall würden die Öllieferungen an die USA eingestellt, sagte er.

Zudem schimpfte er wiederholt über «Scheiss-Yankees» und warf den USA vor, Lateinamerika das "Joch des Imperiums" aufzwingen zu wollen. In Zusammenhang mit dem sich zuspitzenden Konflikt in Bolivien hatte Chávez zuvor gewarnt, er werde bei einem Sturz des Staatschefs in Bolivien eingreifen.

«Ohne mich in interne Angelegenheiten von Bolivien einmischen zu wollen, appelliere ich an die Militärs in Bolivien: Wenn Evo gestürzt wird, wenn Evo getötet wird, dann glaubt mir, dass ich in dem Fall grünes Licht geben würde, jede bewaffnete Bewegung in Bolivien zu unterstützen».

Chávez hatte am Donnerstag auch bekannt gegeben, dass er einen Plan zum Sturz seiner Regierung vereitelt habe. Mehrere Menschen seien festgenommen worden, darunter frühere und aktuelle Angehörige der Streitkräfte. Man habe ihn stürzen und ermorden wollen, versicherte der frühere Oberstleutnant.

Hinter dem Komplott stecke «der Imperialismus», versicherte Chávez in Anspielung auf die USA. «Wir stehen vor einer neuen imperialistischen Offensive, einer kontinentalen Offensive, in der Karibik, in Bolivien und in Venezuela», sagte er in einer im Radio und im Fernsehen übertragenen Rede. (sda)

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