«Halt-den-Mund-Zoff»: Chávez und Juan Carlos reichen sich die Hand
Aktualisiert

«Halt-den-Mund-Zoff»Chávez und Juan Carlos reichen sich die Hand

Acht Monate nach ihrem spektakulären Wortgefecht haben sich der venezolanische Präsident Hugo Chávez und der spanische König Juan Carlos wieder die Hand gereicht.

Beide trafen sich am Freitag im Sommerhaus des Königs auf Mallorca zu einem gemeinsamen Frühstück. Chávez traf allerdings verspätet ein und liess seinen Gastgeber eine Stunde warten. Die diplomatischen Beziehungen waren seit November auf einem Tiefpunkt, nachdem Juan Carlos Chávez bei einer internationalen Konferenz gesagt hatte, er solle «den Mund halten».

Er sei bereit, die Vergangenheit ruhen zu lassen, sagte Chávez in der vergangenen Woche in seiner wöchentlichen Radioansprache: «Ich würde den König sehr gerne in den Arm nehmen.» Zugleich scherzte er, Juan Carlos müsse wissen, «dass ich nicht den Mund halten werde». Nach dem Besuch beim König flog Chávez zu einem Treffen mit dem spanischen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero nach Madrid weiter. Zapatero und Chávez betonten nach der Unterredung, dass die Spannungen der Vergangenheit überwunden seien.

Zu dem Wortwechsel zwischen Chávez und Juan Carlos war es auf einem Gipfeltreffen in Chile gekommen, nachdem der venezolanische Staatschef den früheren spanischen Ministerpräsidenten José Maria Aznar als Faschisten bezeichnet hatte. Der ansonsten als beherrscht geltende König sagte: «Warum halten Sie nicht den Mund?» Chávez verlangte eine Entschuldigung und drohte damit, die diplomatischen Beziehungen einzufrieren, wozu es jedoch nicht kam. (dapd)

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