Energy Challenge: Checkliste für nachhaltiges Shopping
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Energy ChallengeCheckliste für nachhaltiges Shopping

Die Umweltbelastung durch die weltweite Textilindustrie ist enorm. Durch bewussteres Shopping können die negativen Auswirkungen reduziert werden.

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sts
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Statt sich kopflos in die Schnäppchenjagd zu stürzen, sollten sich umweltbewusste Kleiderkäufer vor der Kaufentscheidung nachfolgende Fragen stellen.

Statt sich kopflos in die Schnäppchenjagd zu stürzen, sollten sich umweltbewusste Kleiderkäufer vor der Kaufentscheidung nachfolgende Fragen stellen.

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Aus welchem Material besteht das Kleidungsstück? Biologische Baumwolle und Naturfasern wie Hanf oder Leinen weisen eine signifikant bessere Ökobilanz auf als herkömmliche Baumwolle, Wolle oder Kunstfasern

Aus welchem Material besteht das Kleidungsstück? Biologische Baumwolle und Naturfasern wie Hanf oder Leinen weisen eine signifikant bessere Ökobilanz auf als herkömmliche Baumwolle, Wolle oder Kunstfasern

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Gäbe es eine ähnlich aussehende Alternative, die aus umweltfreundlicherem Material ohne Chemikalieneinsatz und unter besseren Arbeitsbedingungen hergestellt wurde – und über ein Nachhaltigkeitszertifikat verfügt?

Gäbe es eine ähnlich aussehende Alternative, die aus umweltfreundlicherem Material ohne Chemikalieneinsatz und unter besseren Arbeitsbedingungen hergestellt wurde – und über ein Nachhaltigkeitszertifikat verfügt?

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Die weltweite Textilproduktion hat sich einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey zufolge innerhalb von 15 Jahren mehr als verdoppelt, 2014 wurden weltweit erstmals mehr als 100 Milliarden neue Kleidungsstücke hergestellt. Während bei Kleiderläden und grossen Fashion-Ketten die Kassen klingeln, werden für die Herstellung unserer günstigen T-Shirts, Kleider und Hosen nach wie vor Arbeiter in Billiglohnländern ausgebeutet. Ausserdem ist die Produktion von immer mehr Kleidungsstücken äusserst schlecht für die Umwelt. Auf den Aspekt der Umweltbelastungen wird nachfolgend eingegangen.

Baumwolle beispielsweise ist einer der meistverwendeten Rohstoffe der Textilindustrie, doch die Auswirkungen auf die Anbauländer sind verheerend. Für die Produktion eines Kilogramms Baumwolle werden im weltweiten Durchschnitt 11'000 Liter Wasser benötigt, und die Anbaugebiete liegen vielfach in Ländern, in denen Trinkwasser Mangelware ist. Zudem wird Baumwolle grösstenteils in Monokulturen angebaut, was zu einer Nährstoffverarmung der Böden führt und eine erhöhte Anfälligkeit für Schädlinge zur Folge hat. Diese Schädlinge werden mit Pestiziden bekämpft, die im Grundwasser versickern und dadurch die Wasserqualität in der betroffenen Region massiv beeinträchtigen. Hinzu kommen die langen und energieintensiven Transportwege: Zuerst muss der Rohstoff in die Länder gebracht werden, in denen die Stoff- und Kleiderproduktion stattfindet, um anschliessend den grössten Teil der Endprodukte in einem anderen Erdteil zu verkaufen.

Das sind die umweltfreundlicheren Alternativen zu Baumwolle und Polyester

Die Ökobilanz anderer Naturfasern wie Hanf oder Leinen ist im Vergleich mit Baumwolle signifikant besser, da sich der Wasserverbrauch beim Anbau auf rund ein Viertel beläuft und diese Pflanzen in den meisten Fällen nicht mit Pestiziden vor Schädlingen geschützt werden müssen. Biologisch angebaute Baumwolle, bei deren Anbau auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet wurde, ist ebenfalls deutlich besser für die Umwelt als herkömmliche Baumwolle.

Bei Wolle sorgt in erster Linie die Landnutzung für eine schlechte Umweltbilanz. Neben den Weideflächen für die Tiere sind auch Anbauflächen für die Futtermittel nötig. Ausserdem stossen Schafe Methan aus: Weltweit stammen gut 20 Prozent der Methan-Emissionen von Wiederkäuern wie Kühen und Schafen. Weiter können die Fäkalien der Schafherden Trinkwasserbestände verschmutzen. Seide ist ebenfalls umstritten, da die seidenspinnenden Raupen gemäss Tierschutzorganisationen überzüchtet und teilweise lebendig im Kokon gekocht werden.

Hoher Energiebedarf bei der Produktion von synthetischen Kleidungsstücken

Im Gegenzug fällt bei der Stoffproduktion von Kunstfasern wie Polyester und Acryl der Energieverbrauch höher aus als bei der Herstellung von Naturfasern. Synthetische Kleidungsstücke wie Funktionskleidung oder Fleecejacken geben zudem bei jedem Waschgang Mikroplastik ab, das wiederum in den Gewässern landet. Gemäss dem Statistikportal Statista stieg die weltweite Polyester-Produktion zwischen 1975 und 2017 fast um das 16-fache an.

Durch nachhaltiges Shopping kann die Umweltbelastung durch die Textilindustrie reduziert werden. In der obigen Bildstrecke sind einige Fragen zu finden, die sich umweltbewusste Kleiderkäufer vor der Kaufentscheidung stellen sollten.

Energy Challenge 2019

Die Energy Challenge ist eine nationale Aktion von Schweizer Unternehmen mit Unterstützung von EnergieSchweiz. Ihr Ziel ist, Energie erlebbar zu machen und die Bevölkerung auf spielerische Weise zum Energiesparen anzuregen. 20 Minuten als Medienpartner beleuchtet die Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energien mit Hintergrundberichten, Interviews sowie praktischen Tipps rund um Mobilität, Ernährung, Elektrogeräte, Reisen und energetisches Sanieren. Alle Informationen zur Energy Challenge 2019 und Wettbewerbe mit Preisen im Wert von insgesamt 200'000 Franken gibt es auf der offiziellen App für Android und iOS.

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