Frauenfeld TG: Chef Arschloch genannt – 26'000 Fr Entschädigung
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Frauenfeld TGChef Arschloch genannt – 26'000 Fr Entschädigung

Obwohl ein Arbeiter seinen Chef als Arschloch betitelte, ist seine fristlose Entlassung unzulässig. Er erhält sogar eine Entschädigung. Das hat das Bundesgericht entschieden.

von
jeh
Das Bundesgericht in Lausanne liess keine Einwände des Unternehmens gelten.

Das Bundesgericht in Lausanne liess keine Einwände des Unternehmens gelten.

Keystone/Christian Brun

Zwischen einem Mitarbeiter eines Unternehmens im Kanton Thurgau und dem Werkstattchef habe es seit Herbst 2013 Spannungen gegeben, schreibt das «St. Galler Tagblatt». Es sei immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Der Streit gipfelte darin, dass der Mitarbeiter seinen Chef als «Arschloch» bezeichnete. Ob er sich dafür entschuldigt hat, ist nicht klar.

Fakt ist, dass das Unternehmen den Arbeiter nach Hause schickte und einige Tage später zum Gespräch mit dem Geschäftsführer und dem Werkstattchef einlud. «Sollte sich das Verhalten nicht grundsätzlich ändern, behalten wir uns ausdrücklich Konsequenzen für das Arbeitsverhältnis vor», hiess in einer schriftlichen Abmahnung an den Mitarbeiter, die dieser unterschrieb.

Erfolglose Einwände

Einen Tag nach dem Gespräch erhielt der Mitarbeiter die fristlose Kündigung aufgrund der Beschimpfung des Vorgesetzten. Der Mitarbeiter akzeptierte die Kündigung allerdings nicht und klagte beim Bezirksgericht Frauenfeld auf Bezahlung von 33'444 Franken wegen unzulässiger fristloser Entlassung. Eine Klage in der Höhe von rund 26'000 Franken hiess das Bezirksgericht gut.

Das Unternehmen erhob daraufhin Berufung gegen das Urteil. Diese wurde aber sowohl vom Obergericht des Kantons Thurgau, als nun auch vom Bundesgericht abgelehnt. Beide Gerichte gingen davon aus, dass das Unternehmen den Arbeiter Mitte November 2013 nur abgemahnt hatte und dass es deshalb nicht zulässig war, den Arbeiter am Folgetag fristlos zu entlassen. Jegliche Einwände seitens des Unternehmens liessen die Richter in Lausanne nicht gelten.

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