Weihe für Verheiratete: Chef-Bischof rüttelt am Zölibat
Aktualisiert

Weihe für VerheirateteChef-Bischof rüttelt am Zölibat

Norbert Brunner, Bischof von Sitten, wäre wie der Einsiedler Abt Martin Werlen für die Weihe verheiratetet Männer zu Priestern. Doch Rom macht den Geistlichen einen Strich durch die Rechnung.

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fr/sda
«Ich spreche mich für die Weihe verheirateter Männer, sogenannter «viri probati», aus.»: Norbert Brunner, Präsident der Schweizer Bischofkonferenz und Bischof von Sitten.

«Ich spreche mich für die Weihe verheirateter Männer, sogenannter «viri probati», aus.»: Norbert Brunner, Präsident der Schweizer Bischofkonferenz und Bischof von Sitten.

Gemäss dem orientalischen Kirchenrecht dürfen bereits verheiratete Männer die Priesterweihe erhalten. Ein Entscheid für eine Partnerschaft nach der Weihe wäre dabei ausgeschlossen. Diese Regelung könnte gemäss dem Einsiedler Abt Martin Werlen auch auf die westliche Kirche ausgedehnt werden.

Auch Norbert Brunner, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz und Bischof von Sitten, ist dieser Meinung. Am Mittwoch sagte er dazu: «Ich habe mich selbst bei meinem Amtsantritt als Bischof für die Weihe verheirateter Männer, sogenannter «viri probati», ausgesprochen.» Leider sei das momentan aber in der Weltkirche kein Thema.

Die Weihe verheirateter Männer zu Priestern sollte aber nicht in die Diskussion um sexuellen Missbrauch in der Kirche eingebracht werden, fügte Brunner an. Das Thema habe ebenso wenig einen Zusammenhang mit dem Missbrauch wie der Zölibat.

Seine Unterstützung für die Idee begründet Brunner allein mit der Berufung dieser Männer. «Der Priestermangel und erst recht nicht die gegenwärtige Diskussion um sexuelle Übergriffe durch Priester spielen in diesen Überlegungen eine Rolle.» Gemäss einer französischen Statistik, welche er aus einem Zitat in einer Zeitung kenne, seien fünf Prozent der Urheber sexueller Übergriffe zölibatär lebende Menschen, erklärte Brunner.

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