Martin Sellner (32) – Chef der Identitären Bewegung hat ein Konto bei der Postfinance
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Martin Sellner (32)Chef der Identitären Bewegung hat ein Konto bei der Postfinance

Die Gruppe aus Österreich wird dem Rechtsextremismus zugeordnet. Dennoch führt das Schweizer Finanzinstitut ein Konto auf den Namen deren Chefs. Darauf könnten Unterstützerinnen und Unterstützer Geld für die Organisation einzahlen.

von
Patrick McEvily
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Martin Sellner ist Chef der Identitären Bewegung Österreich.

Martin Sellner ist Chef der Identitären Bewegung Österreich.

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Wie die CH-Media-Zeitungen berichten, besitzt er ein Konto bei der Postfinance. Dies überrascht: Denn zahlreiche Finanzinstitutionen in Europa hatten dem Rechtsextremisten in der Vergangenheit Konten gesperrt.

Wie die CH-Media-Zeitungen berichten, besitzt er ein Konto bei der Postfinance. Dies überrascht: Denn zahlreiche Finanzinstitutionen in Europa hatten dem Rechtsextremisten in der Vergangenheit Konten gesperrt.

Tio/20Minuti
Der 33-Jährige steht immer wieder wegen aufsehenerregenden Vorfällen in der Öffentlichkeit.

Der 33-Jährige steht immer wieder wegen aufsehenerregenden Vorfällen in der Öffentlichkeit.

imago images/Alex Halada

Darum gehts

  • Martin Sellner ist Chef der Identitären Bewegung Österreichs.

  • Der 33-Jährige ist auf dem ganzen Kontinent bekannt; die meisten Banken verweigern ihm ihre Dienstleistungen.

  • Die Schweizerische Postfinance führt für Sellner gemäss neuesten Erkenntnissen aber weiterhin ein Konto, das rege benutzt wird.

Der 33-jährige Österreicher Martin Sellner ist Gründer und geistiger Vater der Identitären Bewegung. Die Gruppe wird von Expertinnen und Experten als rechtsextremistisch eingestuft und war verschiedentlich schon mit juristischen Problemen konfrontiert, unter anderem wegen einer Spende des Attentäters von Christchurch. Wie die CH-Media-Zeitungen berichten, haben in der Vergangenheit mehrere Banken ihre Geschäftsbeziehungen mit Sellner gekündigt. Sein Bankkonto hat er nun in der Schweiz: Genauer gesagt bei der Postfinance.

Postfinance bleibt still in der Angelegenheit

Insgesamt 37 mal sei Sellner in der Vergangenheit bereits ein Bankkonto gesperrt worden. Die Finanzinstitute wollen nicht mit dem umstrittenen Aktivisten zusammenarbeiten und fürchten wohl juristische Folgen. In Österreich hatten die Behörden 2019 eine Untersuchung eingeleitet, nachdem bekannt geworden war, dass Sellner im Frühling 2018 eine Spende in der Höhe von 1500 Euro von Brenton Tarrant erhalten hatte. Der Australier tötete anschliessend im neuseeländischen Christchurch 50 Menschen. Die Untersuchungen wurden 2021 mangels Beweisen einer Verbindung eingestellt.

Gemäss den CH-Media-Zeitungen rufen Sellner und seine Unterstützer über ihren Newsletter seit Neuestem zu Spenden auf. Überwiesen werden kann das Geld auf das Konto in der Schweiz. Gegenüber 20 Minuten erklärt Postfinance, dass man keine Angaben zum konkreten Fall machen könne. Konten würden grundsätzlich Kundinnen und Kunden in der Schweiz «und ggf. in den angrenzen Ländern» zur Verfügung stehen. Allerdings prüfe man im Rahmen der Sorgfaltspflichten laufend, ob eine Geschäftsbeziehung geführt werden darf oder abgebrochen werden muss.

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