Abstimmung: Chef des Luzerner Theaters fürchtet Mindestlohn

Aktualisiert

AbstimmungChef des Luzerner Theaters fürchtet Mindestlohn

Ein Ja zum Mindestlohn könnte das Luzerner Theater in finanzielle Schwierigkeiten bringen, so dessen Chef.

von
gwa
Auch die Angestellten des Luzerner Theaters wären von einer Annahme der Mindestlohninitiative betroffen.

Auch die Angestellten des Luzerner Theaters wären von einer Annahme der Mindestlohninitiative betroffen.

«Wird die Mindestlohninitiative angenommen, dürfte das für das Luzerner Theater schwerwiegende Folgen haben», sagt Verwaltungsdirektor Adrian Balmer. Derzeit liege der Mindestlohn für künstlerische Berufsanfänger auf 12 Monate hochgerechnet bei rund 3800 Franken.

Würde die Initiative angenommen, müsste dieser angehoben werden, wie das Kulturmagazin «041» berichtet. Dies führte laut Balmer zu einem Dominoeffekt: «Wenn wir die tiefste Lohnsumme anheben, müssen auch die Löhne der nächsthöheren Stufen steigen», so Balmer. Das Problem dabei: rund 80 Prozent der Ausgaben des Theaters seien Personalkosten. Dies würde sich bei einer Annahme massiv auswirken.

Keine Auswirkungen für Südpol und Sinfonieorchester

Zudem mussten die Ausgaben des Theaters wegen Subventionskürzungen dieses Jahr bereits um 700'000 Franken reduziert werden. «Wir hatten nie ein Fettpolster», sagt Balmer. Nun fehle auch der Risikoschutz gänzlich.

Im Südpol steht man der kommenden Abstimmung derweil gelassen gegenüber. Laut dem betrieblichen Leiter Alex Boos wären Angestellte des Kulturhauses nicht betroffen. «Vielleicht werden einige Künstler höhere Gagenforderungen stellen als zuvor. Für das Publikum wird dies aber keine Auswirkung haben», so Boos. Auch für das Luzerner Sinfonieorchester wird der Mindestlohn nicht zum Problem werden: «Das Orchester wäre von einer Annahme der Initiative nicht betroffen», sagte Marketingleiter Norman Ziswiler.

Deine Meinung