Interlaken BE : Chef getötet – ganze Belegschaft ist jetzt arbeitslos
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Interlaken BE Chef getötet – ganze Belegschaft ist jetzt arbeitslos

Im Oktober wurde der Wirt des Restaurant Des Alpes in Interlaken tot in einem Gebäude aufgefunden. Das Tötungsdelikt trifft nun auch die Angestellten besonders hart: Sie verloren neben ihrem Chef auch ihren Arbeitsplatz.

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Der Wirt des Restaurant des Alpes wurde im Oktober 2020 getötet.

Der Wirt des Restaurant des Alpes wurde im Oktober 2020 getötet.

20 Minuten
Seit dem Vorfall ist das Restaurant geschlossen. Die Angestellten verloren ihren Job.

Seit dem Vorfall ist das Restaurant geschlossen. Die Angestellten verloren ihren Job.

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Besonders hart traf es den Lehrling Tahir Büyüköztürk (24). Nach nur zwei Monaten musste sein Lehrvertrag aufgelöst werden. Nun sucht er einen neuen Lehrbetrieb.

Besonders hart traf es den Lehrling Tahir Büyüköztürk (24). Nach nur zwei Monaten musste sein Lehrvertrag aufgelöst werden. Nun sucht er einen neuen Lehrbetrieb.

zvg

Darum gehts

  • Im Oktober wurde der Wirt des Restaurants Des Alpes in Interlaken getötet.

  • Das Restaurant ist seither geschlossen.

  • Sämtliche Angestellte verloren ihre Arbeit. Unter anderem auch der Lehrling, der seine Ausbildung erst begonnen hatte.

  • Seine ehemalige Berufsbildnerin setzt sich nun dafür ein, dass er einen neuen Lehrbetrieb findet.

Im Oktober wurde in einem Gebäude beim «Des Alpes»-Areal in Interlaken ein toter Mann aufgefunden. Der 61-jährige Schweizer starb durch «massive stumpfe Gewalteinwirkung». Die Polizei nahm kurze Zeit später die Ehefrau des Opfers, eine bekannte Profi-Boxerin, fest. Sie sitzt derzeit in Untersuchungshaft, es gilt die Unschuldsvermutung.

Der Verstorbene führte in Interlaken das Restaurant «Des Alpes», das in Interlaken unter anderem für gutes Fondue bekannt war. Seit dem Tötungsdelikt ist der Betrieb jedoch geschlossen. Dies trifft die Angestellten besonders hart: Sie verlieren mit ihrem Chef gleichzeitig auch ihre Arbeitsstelle. «Als ich erfahren habe, was passiert ist, stand ich für zwei, drei Tage unter Schock», sagt Livia Rieder, ehemalige Sous-Chefin und Berufsbildnerin im Restaurant Des Alpes gegenüber «Tele Bärn».

Die 25-Jährige sucht noch immer nach einer neuen Stelle, die Corona-Pandemie und der Gastro-Lockdown würden die Suche nach Arbeit verunmöglichen. So ergehe es praktisch allen ihren ehemaligen Arbeitskollegen: «Im Betrieb arbeiteten neun Personen. Alle suchen noch nach einer neuen Stelle», so Rieder auf Anfrage von 20 Minuten. Besonders hart treffe es den Lehrling Tahir Büyüköztürk, der seit dem Tötungsdelikt nach einer neuen Lehrstelle sucht. «Er hatte im Betrieb ein viermonatiges Praktikum gemacht und danach eine Lehrestelle als Küchenangestellter bekommen», so Rieder. Nur wenige Monate nach dem Beginn seiner Ausbildung kam es zum Tötungsdelikt.

Hoffnung auf Ausbildungsplatz

Der junge Mann ist bedrückt: «Ich war mit meinem Lehrbetrieb sehr zufrieden. Momentan habe ich es schwierig», sagt Tahir Büyüköztürk. Ihn traf die Todesnachricht seines Arbeitgebers hart. Trotz der prägenden Erfahrung möchte der 24-Jährige seine Lehre nun in einem anderen Betrieb fortsetzten. Bei der Stellensuche wird er von seiner ehemaligen Berufsbildnerin Livia Rieder unterstützt: Via Facebook startete sie einen Aufruf, um dem Lernenden eine neue Stelle zu vermitteln. Denn dieser sei stets motiviert und lernwillig gewesen: «Er ist äusserst zuverlässig und sehr engagiert. Dazu ist er sehr teamfähig und schulisch top. Ich habe ihn sehr gerne ausgebildet», sagt Rieder. Deswegen werde sie ihn auch in Zukunft weiter unterstützen: «Er ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich möchte ihm helfen.» Auch der fleissige Lehrling hofft, dass er seine Ausbildung fortführen kann: «Ich würde mir wünschen, einen Lehrbetrieb im Berner Oberland zu finden.»

Personen, die sich in punkto Ausbildung bei Tahir Büyüköztürk melden wollen, dürfen seine Berufsbildnerin Livia Rieder gerne via E-Mail kontaktieren: livia.rieder@hotmail.com

(RC)

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