«Kampfmassnahmen möglich»: Chef-Gewerkschafter droht der Post mit Streik
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«Kampfmassnahmen möglich»Chef-Gewerkschafter droht der Post mit Streik

Laut Post-Gewerkschafter Alain Carrupt leiden zahlreiche Schalterangestellte unter dem Druck der neuen Verkaufsziele. Deshalb droht er der Post nun mit Streik.

von
ame
«Die Post muss wissen, dass wir unsere Mitglieder mobilisieren können und Kampfmassnahmen möglich sind», sagt Post-Gewerkschafter Alain Carrupt.

«Die Post muss wissen, dass wir unsere Mitglieder mobilisieren können und Kampfmassnahmen möglich sind», sagt Post-Gewerkschafter Alain Carrupt.

Vor einigen Wochen haben Schalterangestellt der Post die neuen Verkaufsziele des Unternehmens erhalten. Diese verlangen von den Pöstlern gesteigerten Umsatz. Für viele Angestellte sind diese Verkaufsziele aber unrealistisch, sie fühlen sich unter Druck gesetzt. Die Post relativiert und spricht von Einzelfällen.

Alain Carrupt, Präsident der Gewerkschaft Syndicom, dementiert: «Der Druck ist ein grosses Problem, viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinne leiden darunter, bis zum Burnout», sagt er zu «blick.ch». Die Gewerkschaft müsse immer mehr Schalterangestellte unterstützen, die intern Probleme bekommen, weil sie ihre Ziele nicht erreichen.

Kampfmassnahmen sind möglich

Dies sei unter anderem ein Grund, weshalb die Gewerkschaft die Verhandlungen für einen Gesamtarbeitsvertrag ausgesetzt habe. «Zu Beginn der Verhandlungen haben wir klar gesagt: Ja zum Umbau, aber Nein zu einem Abbau auf Kosten der Angestellten», so Carrupt. Während der Verhandlungen sei aber die Befürchtung aufgekommen, dass die Post die Rechte der Arbeiter in vielen verschiedenen Bereichen wie Kündigungsschutz, Zuschlägen und Ferien kürzen wolle. Ausserdem habe man die Gefahr gesehen, dass in Zukunft weitere Mitarbeiter vom GAV ausgenommen würden. «Das können wir nicht akzeptieren.»

Bevor nun neue Verhandlungen aufgenommen werden, habe die Post Zeit, ihre Strategie zu überdenken. Sollten aber auch zukünftige Gespräche zu keiner Lösung führe, «werden wir unsere gewerkschaftlichen Mittel einsetzen», so Carrupt. Falls alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft seien, könne dies auch Streik bedeuten. «Die Post muss wissen, dass wir unsere Mitglieder mobilisieren können und Kampfmassnahmen möglich sind.»

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