Aktualisiert 23.01.2008 14:35

Chef tötet Stellvertreter - wegen fehlender Disziplin

Der wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesuchte ugandische Rebellenführer Joseph Kony hat nach eigenen Angaben seinen Stellvertreter getötet.

Der Anführer der Widerstandsarmee des Herrn (LRA) sagte am Mittwoch in einem Radiointerview, Vincent Otti habe «keine Disziplin» gehabt. Er beendete damit wochenlange Spekulationen über das Schicksal Ottis. An den Friedensverhandlungen mit der Regierung solle jedoch festgehalten werden, erklärte Kony.

Auch die Regierung drückte ihre Hoffnung aus, die Gespräche mit den Rebellen weiterzuführen. Otti, Kony und drei weitere Anführer der LRA wurden vom Internationalen Strafgerichtshof angeklagt, unter anderem wegen Vergewaltigung, Verstümmelung und mehrfachen Mord. Die Regierung von Präsident Yoseveri Museveni will sie jedoch nach dem Zustandekommen eines Friedensvertrags nicht ausliefern.

Im August 2006 hatten sich beide Parteien auf eine Waffenruhe verständigt. Die Friedensgespräche gerieten jedoch schnell ins Stocken. In ihrem seit rund 20 Jahren andauernden blutigen Aufstand hat die LRA in weiten Teilen Nordugandas Terror verbreitet. Tausende Kinder und Jugendliche wurden entführt und von den Rebellen zu Kämpfern ausgebildet oder sexuell missbraucht. (dapd)

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