Fall Politkowskaja: Chefermittler kritisiert Freisprüche
Aktualisiert

Fall PolitkowskajaChefermittler kritisiert Freisprüche

Ungeachtet der Freisprüche im Mordfall Politkowskaja ist die Staatsanwaltschaft weiterhin von der Schuld der drei Angeklagten überzeugt.

Er sei sich deren Mittäterschaft sicher, sagte Alexander Bastrykin, der leitende Ermittler, am Mittwoch laut Meldungen russischer Nachrichtenagenturen. Der russische Präsident Dmitri Medwedew sagte dazu, die Staatsanwälte müssten «lernen, mit den Gegebenheiten eines Geschworenenprozesses zu arbeiten».

Ein Moskauer Geschworenengericht hatte die beiden Brüder aus Tschetschenien und den früheren Polizisten vergangene Woche wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Sie waren wegen Beihilfe zum Mord angeklagt. Weder der mutmassliche Schütze selbst noch mögliche Drahtzieher der Tat standen vor Gericht.

Die Journalistin Anna Politkowskaja, die für ihre kritischen Berichte über Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien bekannt war, wurde am 7. Oktober 2006 im Aufzug ihres Wohnhauses in Moskau erschossen. Der mutmassliche Mörder floh nach Angaben der Staatsanwaltschaft ins Ausland. Dessen Brüder Ibragim und Dschabrail Machmudow sowie der ehemalige Polizist Sergej Chadschikurbanow standen seit November vor Gericht. Alle drei Angeklagten haben jegliche Schuld stets von sich gewiesen.

Gegen das Urteil von Geschworenen kann nach russischem Recht nur bei etwaigen Verfahrensfehlern Berufung eingelegt werden. (dapd)

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