Rauswurf: Chefredaktor von «Le Courrier» gefeuert
Aktualisiert

RauswurfChefredaktor von «Le Courrier» gefeuert

Der Chefredaktor der Genfer Tageszeitung «Le Courrier», Fabio Lo Verso, ist am Mittwochabend fristlos entlassen worden.

Fabio Lo Verso

Fabio Lo Verso

Die Generalversammlung der Herausgebergesellschaft NAC begründete ihren Entscheid mit dem Führungsstil Lo Versos. Dieser sei nicht mehr angemessen gewesen, sagte NAC-Präsident Florio Togni. Es sei dabei nie um inhaltliche Fragen zur Tageszeitung gegangen. Auch hätten Krankheitsabsenzen des Chefredaktors keine Rolle gespielt, versicherte Togni auf Anfrage.

Lo Verso habe das Vertrauen des Personals vom «Courrier» verloren. Bereits Anfang April sei Lo Verso bei seiner Rückkehr von einer mehrmonatigen Absenz wegen Krankheit gebeten worden, nicht mehr im Büro zu erscheinen. Vergangene Woche dann forderte ihn das NAC-Komitee zur Kündigung auf.

Stellte sich gegen die Redaktion

Aus der Sicht Lo Versos handelte es sich um einen inhaltlichen Disput. Er habe sich gegen den Willen der Redaktion gestellt und sei gegen eine Ausgabe mit weniger Seiten gewesen. Das Personal, welches bei der linksgerichteten Zeitung viel Macht hat, habe das gar nicht gern gesehen, sagte der gefeuerte Chefredaktor.

Trotzdem zog Lo Verso eine positive Bilanz seiner drei Jahre als Chefredaktor. Unter seiner Leitung sei die redaktionelle Qualität gesteigert, die Leserschaft vergrössert und Gewinne erzielt worden. Die immer wieder von Geldsorgen geplagte Zeitung, die ohne Inserate auskommt, hatte Ende vergangenen Jahres 8766 Leserinnen und Leser.

Bis zur Regelung der Nachfolge Lo Versos führen die zwei stellvertretenden Chefredaktoren Rachad Armanions und Simon Petite das Blatt, was sie bereits die vergangenen Monate taten, wie «Le Courrier» in einem Communiqué mitteilte.

(sda)

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