FA-Cup: Chelsea gewinnt erstmals das Double

Aktualisiert

FA-CupChelsea gewinnt erstmals das Double

Eine Woche nach dem Meistertitel kann Chelsea erneut die Korken knallen lassen. Die Blues gewinnen erstmals in der Vereinsgeschichte das Double mit dem FA-Cup.

Die «Blues» krönten damit im ersten Jahr unter Trainer Carlo Ancelotti die erfolgreichste Saison ihrer Vereinsgeschichte mit dem sechsten Sieg im FA Cup. Letztmals hatte Arsenal 2002 auf der Insel Meisterschaft und Cup im selben Jahr gewonnen. Portsmouth darf trotz des Final-Einzugs in der nächsten Saison nicht in der Europa League antreten. Der von Schulden geplagte Verein erfüllte die Auflagen für eine Europacup-Teilnahme nicht.

Die Entscheidung im 129. Endspiel des ältesten Cup-Wettbewerbs der Welt fiel nach knapp einer Stunde. Didier Drogba erlöste den haushohen Favoriten mit einem direkt verwandelten Freistoss aus 25 Metern via Innenpfosten zum 1:0, nachdem Chelsea in der ersten Halbzeit Grosschancen en masse vergeben hatten. Der Ivorer erwischte Portsmouth-Keeper David James in der Torhüterecke.

Drogba feiert

Trotz der teilweise eklatanten Überlegenheit musste Chelsea froh sein, dass es zu diesem Zeitpunkt nicht im Rückstand gelegen hatte. Drei Minuten vor dem 1:0 hatte Kevin-Prince Boateng die grosse Chance verpasst, den krassen Aussenseiter in Führung zu bringen. Der gebürtige Berliner, der im vorläufigen WM-Kader Ghanas steht, scheiterte mit einem Foulpenalty an Petr Cech, der den harmlosen Schuss mit den Füssen parierte.

Dass Boateng zu diesem Zeitpunkt noch mitspielen durfte, hatte er Schiedsrichter Foy zu verdanken. In der 35. Minute hatte der frühere Bundesliga-Profi seinen Landsmann Michael Ballack mit einer brutalen Grätsche niedergestreckt, so dass sich dieser kurz vor der Pause auswechseln lassen musste. Der Nationalmannschafts-Captain und 98-fache Internationale verletzte sich am Sprunggelenk und dürfte Deutschland zumindest zu Beginn der WM-Vorbereitung nicht zur Verfügung stehen.

Fünf Aluminium-Treffer

Chelseas sechster Triumph im FA-Cup war letztlich mehr als verdient. In der ersten Halbzeit waren die «Blues» geradezu fahrlässig mit ihren Torchancen umgegangen. Fünf Mal traf der Titelverteidiger vor der Pause nur den Pfosten oder die Latte. Die beste Chance vergab Salomon Kalou in der 27. Minute, als er völlig freistehend aus vier Metern das leere Tor nicht traf.

Ein «Wembley-Tor» von Drogba kurz vor dem Seitenwechsel fand 44 Jahre nach dem legendären WM-Final zwischen England und Deutschland (4:2 n.V.) keine Anerkennung: Der frühere England-Keeper James lenkte in der 39. Minute einen Freistoss des Ivorers an die Lattenunterkante, von wo der Ball auf die Torlinie sprang, diese aber nicht mit vollem Umfang überquerte.

Erst nach der Pause fand der Aussenseiter besser ins Spiel. Bereits vor dem vergebenen Penalty vergab Boateng eine gute Chance für das Team des früheren Chelsea-Trainers Avram Grant. Und Drogbas Landsmann Aruna Dindane hatte in der Schlussphase zweimal den Ausgleich für «Pompey» auf dem Fuss, bevor Frank Lampard die Siegsicherung für Chelsea verpasste. Der englische Internationale schoss einen an ihm verursachten Foulpenalty neben das Tor (88.).

Ob Didier Drogba auch dieses Mal wieder oben ohne in der Kabine tanzt?

England, FA-Cup-Final

Chelsea - Portsmouth 1:0 (0:0)

Wembley. - 88 335 Zuschauer. - SR Foy.

Tor: 59. Drogba 1:0.

Chelsea: Cech; Ivanovic, Alex, Terry, Ashley Cole; Lampard, Ballack (44. Belletti), Malouda; Kalou (71. Joe Cole), Drogba, Anelka.

Portsmouth: James; Finnan, Mokoena, Rocha, Brown; Dindane, Diop (81. Kanu), Mullins (82. Belhadj), Boateng (74. Utaka); O'Hara; Piquionne.

Bemerkungen: Chelsea ohne Mikel (verletzt). 14. Pfostenschuss Lampard. 27. Lattenschuss Kalou. 30. Kopfball von Terry an die Latte. 39. Lattenschuss Drogba. 42. Pfostenschuss Drogba. 44. Ballack verletzt ausgeschieden. 56. Cech hält Foulpenalty von Boateng. 88. Lampard verschiesst Foulpenalty. Verwarnungen: 36. Boateng (Foul). 92. O'Hara (Foul). 92. Rocha (Reklamieren).

(si)

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