Superliga-Projekt auf Eis gelegt - «Wir haben einen Fehler gemacht und entschuldigen uns»
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Superliga-Projekt auf Eis gelegt«Wir haben einen Fehler gemacht und entschuldigen uns»

Nur wenige Tage nach der Bekanntgabe der Superliga krebsen bereits die ersten Clubs zurück. Alle englischen Teams wenden sich von der Superliga ab.

Hier jubeln Chelsea-Fans über den Ausstieg aus der Superliga.

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Darum gehts

  • Die Superliga steht vor dem Aus.

  • Alle englischen Clubs werden das geplante Projekt verlassen.

  • Kurz nach Mitternacht gab es ein Statement der Vereine.

Nur wenige Tage nach der Bekanntgabe der Superliga steht der neue Wettbewerb bereits vor dem Aus. Alle sechs englischen Teams haben sich von der Superliga abgewendet. Sie kündeten am Dienstag kurz nach Mitternacht ihren Ausstieg aus dem Projekt an. Arsenal veröffentlichte einen offenen Brief an die Fans. Darin stand: «Wir haben einen Fehler gemacht und entschuldigen uns.»

Projekt Superliga bis auf Weiteres auf Eis gelegt

Der englische Verband bedankte sich bei den Fans und auch bei der Politik für die Reaktionen. Auch Boris Johnson äusserte sich auf Twitter: «Die Entscheidung ist korrekt. Es ist absolut das Richtige. Ich hoffe, weitere Clubs werden diesem Entscheid folgen.»

Die spanischen Clubs FC Barcelona und Atlético Madrid sollen sich ebenfalls mit einem Rückzug beschäftigen. Gleiches gilt für die AC Milan und Inter Mailand. Die Superliga-Macher wollen das Projekt nun «überdenken» heisst es in einer Mitteilung, die in der Nacht auf Mittwoch veröffentlicht wurde. «Angesichts der aktuellen Umstände werden wir die am besten geeigneten Schritte zur Neugestaltung des Projekts überdenken und dabei stets unser Ziel im Sinn haben, den Fans die bestmögliche Erfahrung zu ermöglichen und dabei die Solidaritätszahlungen für die gesamte Fussballgemeinschaft zu erhöhen.»

Erster Rücktritt in der Chefetage

Noch vor dem Ausstieg des Clubs setzten die Liverpool-Spieler, darunter auch Nati-Star Xherdan Shaqiri, am Dienstagabend ein klares Zeichen. In einem gemeinsamen Statement hiess es: «Wir mögen es nicht und wir wollen nicht, dass es passiert. Das ist unsere gemeinsame Position. Unser Bekenntnis zu diesem Fussballclub (Liverpool) und seinen Fans ist absolut und bedingungslos.»

In Manchester rollen nun sogar die Köpfe: Ed Woodward, der Vorsitzende von Manchester United, gab seinen Rücktritt bekannt. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten, soll Juventus-Präsident Andrea Agnelli ebenfalls einen Rücktritt bekannt gegeben haben. Agnelli selber dementierte das aber kurz vor 2 Uhr in der Nacht auf Mittwoch gegenüber «Repubblica».

Noch am Dienstagmorgen sagte der designierte Präsident der Superliga, Real-Präsident Florentino Pérez: «Niemand kann aussteigen. Wir werden alle zusammen arbeiten. Alle Vereine haben die Verträge letzten Samstag unterschrieben.» Wie der Ausstieg nun genau abgewickelt wird, ist bislang noch unklar.

Proteste in London

Wegen der Pläne für eine neue exklusive Superliga im europäischen Fussball hatten sich am Dienstagabend hunderte Menschen vor dem Stadion des englischen Erstligisten FC Chelsea in London zum Protest versammelt. Die Fans hielten Schilder und Banner in die Höhe, auf denen beispielsweise «No» (Nein) oder «RIP Football» (Ruhe in Frieden, Fussball) zu lesen war. Als die ersten Rückzugsmeldungen publik wurden, feierten die Fans vor dem Stadion.

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Chelsea-Fans demonstrieren in London gegen die Superliga. 

Chelsea-Fans demonstrieren in London gegen die Superliga.

REUTERS
Petr Cech versucht, die Fans zu beruhigen. 

Petr Cech versucht, die Fans zu beruhigen.

REUTERS
Wie mehrere Medien schreiben, sollen sich nun schon fünf Vereine für einen Ausstieg entschieden haben. 

Wie mehrere Medien schreiben, sollen sich nun schon fünf Vereine für einen Ausstieg entschieden haben.

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Zwölf Vereine hatten sich vor zwei Tagen zur Gründung einer Superliga bekannt. Sie wollten damit der Champions League der Uefa Konkurrenz machen und den Gründungsclubs Milliarden einbringen. Die Teilnahme an dem neuen Wettbewerb soll dabei bis auf wenige Plätze einem Kreis weniger Top-Vereine dauerhaft vorbehalten sein. Die Pläne stiessen jedoch auf massiven Widerstand bei Fans, Politik und Verbänden.

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(dpa/fss)

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