Chelsea und Arsenal in Rücklage
Aktualisiert

Chelsea und Arsenal in Rücklage

Der FC Chelsea hat im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Fenerbahçe Istanbul eine gute Ausgangsposition verspielt. Die Londoner verloren beim türkischen Meister trotz 1:0-Führung mit 1:2. Im zweiten Spiel trennten sich der FC Arsenal und der FC Liverpool mit 1:1.

Fenerbahçe hat in der aktuellen Champions-League-Saison auch sein fünftes Heimspiel gewonnen. Der türkische Meister verdiente sich den Erfolg durch eine starke zweite Hälfte. Chelsea bezog die erste Niederlage in der laufenden Kampagne. Auffälligster Akteur im Sükrü-Saraçoglu-Stadion war Fenerbahçe-Stürmer Deivid. Der Brasilianer lenkte in der 13. Minute eine harte Hereingabe von Florent Malouda ins eigene Tor ab. In der 81. Minute aber traf Deivid mit einem herrlichen Weitschuss aus 30 Metern zum Siegtreffer. Den Ausgleich erzielte der eingewechselte Kazim.

Das erstmalige Europacup-Duell zwischen Arsenal und Liverpool, das gleichzeitig die 200. Direktbegegnung war, endete ohne Sieger. Zwar ging das Team von Arsene Wenger durch einen Kopfball von Emmanuel Adebayor (23.) in Führung, doch die Reaktion von Liverpool und insbesondere jene von Captain Steven Gerrard liess nicht lange auf sich warten. Gerrard liess sich nach Ball-Rückeroberung mit einem Rush von zwei Arsenal-Akteuren (Eboué, Touré) nicht bremsen, im Zentrum reagierte Dirk Kuyt schneller als sein Gegenspieler (Clichy) und kam so zu seinem vierten Tor des laufenden Wettbewerbs.

Premier-League-Duell ohne Sieger

Das erstmalige Europacup-Duell zwischen Arsenal und Liverpool, das gleichzeitig die 200. Direktbegegnung war, endete ohne Sieger. Das Heimteam, das wie der Gegner eine Runde zuvor einen Mailänder Klub eliminiert hatte, musste sich trotz klar überlegen geführter zweiter Halbzeit mit einem 1:1 bescheiden. Die Vorteile für das Rückspiel in knapp einer Woche gehören damit Vorjahresfinalist Liverpool, der nur drei Minuten nach dem 0:1 (23.) egalisieren konnte.

Das erste von drei Aufeinandertreffen zwischen dem Dritten und vierten der Premier League innerhalb von sieben Tagen (Samstag in der Liga, CL-Rückspiel am kommenden Dienstag) dürfte einen Vorgeschmack auf das geliefert haben, was auch in den verbleibenden zwei Partien erwartet werden kann. Arsenal führte die technisch feinere Klinge, Liverpool hielt sich derweil genau an die taktische Marschroute von Trainer Rafael Benitez.

Arsenals Auftritt gegen Liverpool wies einige Parallelen zum Achtelfinal-Heimspiel gegen Milan (0:0) auf. Auch gegen die Italiener betrieben die «Gunners» den grösseren Aufwand, waren sie kreativer und kamen zu den besseren Chancen. Bereits vor dem 1:0 hatte sich abgezeichnet, dass das Pendel zu Gunsten Arsenals umgeschwungen hatte. In der 21. und 22. Minute war Robin van Persie zwei Mal aus aussichtsreicher Position gescheitert. Der zweite Abschlussversuch des Holländers führte zum Corner, der dem Treffer vorausging. Emmanuel Adebayor konnte sein zweites Champions-League-Tor ungedeckt erzielen, weil in Liverpools Abwehr die Zuordnung nicht stimmte.

Die Reaktion von Liverpool und insbesondere jene von Captain Steven Gerrard liess nicht lange auf sich warten. Die «Reds», die sich in den ersten 45 Minuten trotz defensiver Ausrichtung nicht als «langweilige Spielverderber» erwiesen, brauchten nur gerade drei Minuten, um zum Ausgleich zu kommen. Gerrard liess sich nach Ball-Rückeroberung mit einem Rush von zwei Arsenal-Akteuren (Eboué, Touré) nicht bremsen, im Zentrum reagierte Dirk Kuyt schneller als sein Gegenspieler (Clichy) und kam so zu seinem vierten Tor des laufenden Wettbewerbs.

Arsenal spielte auf Sieg

In der zweiten Halbzeit erhöhte Arsenal die Kadenz - einmal mehr aber ohne effizient genug zu sein. Nach der Einwechslung von Theo Walcott schien ein weiterer (offensiver) Ruck durch das Team zu gehen. Der junge englische Internationale, der mit ständigen Rochaden auf den Aussenbahnen für viel Betrieb sorgte, verzog in der 55. Minute knapp. In der 64. hätte sich Liverpool nicht über einen Foulpenalty beklagen dürfen, als Torschütze Kuyt den Weissrussen Alexander Hleb nach dessen sensationellem «Slalomlauf» regelwidrig stoppte. Der Pfiff des Referees blieb jedoch aus. Wenig später verhinderte Niklas Bendtner auf Liverpools Torlinie (!) die letzte gute Möglichkeit Arsenals.

Im Spiel, das Coach Arsène Wenger als «grösste Herausforderung meiner Karriere» bezeichnete, konnten die Nordlondoner immerhin ihre Heim-Ungeschlagenheit im Europacup auf 21 Partien ausbauen und bis auf eine Einheit zum englischen Rekord von Manchester United aufschliessen. In Anbetracht der schwachen Chancenauswertung war dies für Arsenal, das gegen Liverpool letztmals im Februar 2000 vor heimischer Kulisse verloren hat, aber nur ein schwacher Trost.

Happy End für Deivid

Fenerbahçe hat in der aktuellen Champions-League-Saison auch sein fünftes Heimspiel gewonnen. Der türkische Meister verdiente sich den Erfolg durch eine starke zweite Hälfte. Chelsea bezog die erste Niederlage in der laufenden Kampagne.

Auffälligster Akteur im Sükrü-Saraçoglu-Stadion war Fenerbahçe- Stürmer Deivid. Der Brasilianer lenkte in der 13. Minute eine harte Hereingabe von Florent Malouda ins eigene Tor ab. Womit wieder einmal bewiesen wäre, dass Offensivleute im eigenen Strafraum nichts zu suchen haben. In der 81. Minute aber traf Deivid mit einem herrlichen Weitschuss aus 30 Metern zum Siegtreffer. Der türkische Meister agierte sehr effizient. Zwei von vier Abschlüssen fanden den Weg ins Tor.

Das favorisierte Chelsea stellte zunächst seine Stärken in der Defensive unter Beweis. Carlo Cudicini, der im Tor den verletzten Petr Cech vertrat, musste eine Stunde lang kaum eingreifen. Dann aber kam Kazim Kazim für die Türken in die Partie, und der in England geborene Youngster sorgte für Unruhe. Elf Minuten nach seiner Einwechslung erzielte Kazim den Ausgleich, nachdem er im Rücken der Chelsea-Verteidigung eine weite Flanke erlaufen hatte.

Chelsea benötigt nun an der Stamford Bridge einen Sieg. Die «Blues» haben schon in den Achtelfinals bewiesen, dass sie sich durch ein mässiges Hinspiel nicht aus der Ruhe bringen lassen. Gegen Olympiakos Piräus setzte sich Chelsea nach einem torlosen Remis schliesslich souverän 3:0 durch.

Champions League, Viertelfinal Hinspiele

Arsenal - Liverpool 1:1 (1:1)

Arsenal Stadium. - 60 041 Zuschauer. - SR Vink (Ho).

Tore: 23. Adebayor 1:0. 26. Kuyt 1:1.

Arsenal: Almunia; Touré, Gallas, Senderos, Clichy; Eboué (67. Bendtner), Fabregas, Flamini, Hleb; Van Persie (46. Walcott); Adebayor.

Liverpool: Reina; Carragher, Hyypiä, Skrtel, Fabio Aurelio; Xabi Alonso (77. Lucas Leiva), Mascherano; Kuyt, Gerrard, Babel (58. Benayoun); Torres (86. Woronin).

Bemerkungen: Arsenal ohne Djourou, Eduardo, Rosicky und Sagna, Liverpool ohne Agger, Finnan und Kewell (alle verletzt). Keine Verwarnungen.

Fenerbahçe Istanbul - Chelsea 2:1 (0:1)

Sükrü Saraçoglu. - 50 000 Zuschauer. - SR Larsen (Dä).

Tore: 13. Deivid (Eigentor) 0:1. 65. Kazim 1:1. 81. Deivid 2:1.

Fenerbahçe: Volkan Demirel; Önder Turaci, Lugano, Edu, Gökçek Vederson; Maldonado, Aurelio, Ugur Boral (54. Kazim); Deivid, Alex; Kezman (72. Semih Sentürk).

Chelsea: Cudicini; Essien, Terry, Carvalho, Ashley Cole; Makelele; Joe Cole (86. Anelka), Ballack, Lampard (76. Mikel), Malouda; Drogba.

Bemerkungen: Fenerbahçe ohne Roberto Carlos (rekonvaleszent), Appiah (verletzt) und Gökhan Gönül (gesperrt). Chelsea ohne Cech (verletzt). 18. Weitschuss von Essien an die Lattenoberkante.

LIVE-TICKER

90.+3 Schlusspfiff in London - 1:1 endet das Hinspiel, Arsenal mit dem Remis schlecht bedient.

90. Die offizielle Spielzeit ist um, 3 Minuten Nachspielzeit angezeigt.

86. Letzter Wechsel bei den Reds, Woronin ersetzt Torres.

82. Das Spiel hat Kräfte gekostet, Arsenal hat in den letzten Minuten ein wenig nachgelassen, Liverpool kann sich wieder vermehrt befreien.

77. Nächster Wechsel bei Liverpool, Xabi Alosno geht für Lucas vom Platz.

75. Liverpool verteidigt mit Mann und Maus, Arsenal drückt vehement auf das Führungstor.

71. Kuriosum im Strafraum von Liverpool, Fabregas gräscht in eine Flanke, der Ball geht Richtung Tor, Bendtner kann nicht mehr ausweichen und verhindert den Führungstreffer für Arsenal.

67. Wechsel bei Arsenal, Coach Wenger bringt den dänischen Stürmer Bendtner ins Spiel.

64. Jetzt brennts im Liverpooler Strafraum, Kyut reisst Hleb um, der Schiri zeigt aber nur zur Ecke, Glück für die Reds.

60. Stunde vorbei, Arsenal bemüht, Chancen herauszuspielen, Liverpool macht die Räume eng und hofft vorne auf Torres.

57. Erster Wechsel bei den Reds, Babel muss für Benayoun weichen.

55. Walcott fasst sich ein Herz und zieht ab, Reina muss sich strecken, der Ball zischt aber am linken Pfosten vorbei.

54. Die Gunners haben das Spieldiktat zwar in der Hand, müssen aber auf die schnellen Torres und Babel auf Seiten Liverpools aufpassen.

51. Die Abwehr des FC Liverpool steht sattelfest, dazu kommt die geringe Bewegung im Angriffsspiel der Gunners.

48. Erste Chance der 2. Halbzeit geht an Liverpool nach einem Freistoss von Gerrard, Kuyt und Torres sorgen für Unruhe vor Almunia, der am Ende aber die Oberhand behält.

46. Anpfiff zur 2. Halbzeit, bei Arsenal spielt neu Walcott für van Persie.

45. Pause in London, das 1:1 geht in Ordnung, wenn auch etwas glücklich für die Gäste.

39. Das Spiel geht munter hin und her, Arsenal aber am 16er momentan am Ende mit dem Latein. Liverpool setzt auf schnelle Konter.

33. Die Führung von Arsenal hielt nur gerade mal knapp 3 Minuten. Das Spiel ist durch den schnellen Ausgleich wieder neutralisiert.

26. Tor für Liverpool! Gerrard setzt sich über halblinks energisch durch und dringt in den 16er ein, passt zur Mitte, wo Kuyt macht, was ein Torjäger tun muss, dastehen und reindrücken - 1:1.

23. Tor für Arsenal! Adebayor köpft die «Gunners» in Führung. Nach einer Ecke ist der Topscorer zur Stelle und lässt Reina keine Abwehrchance.

20. Die Gunners kommen immer besser in Fahrt, die Kombinationen laufen flüssig, Van Persie zwingt Reina mit einem Flachschuss zu einer Glanzparade.

17. Torres wird von Flamini gefoult, kann aber weiterspielen.

15. Erster Corner für Liverpool, Gerrard führt aus, Adebayor klärt.

12. Aber auch die Reds, die heute ganz in schwarz auflaufen, spielen mit und verstecken sich nicht, nehmen aber sofort das Tempo raus.

10. Das Tempo ist in den Anfangsminuten einigermassen hoch, Arsenal probiert Druck zu erzeugen, muss aber gegen ein gewohnt defensives Liverpool Bollwerk viel investieren.

7. Senderos gewinnt ein Kopfballduell gegen Torres, das gibt dem Innenverteidiger Sicherheit, er kommt ja auch nicht immer regelmässig zum Einsatz.

6. Pepe Reina kommt aus dem Kasten und kann erst im 2. Versuch klären, das hätte auch ins Auge gehen können.

4. Die beiden Teams und Trainer kennen sich aus den Duellen der Premier League natürlich bestens.

1. Anpfiff zur 1. Halbzeit. Bei Arsenal steht Nati-Verteidiger Senderos in der Startelf.

20minuten.ch berichtet ab 20.45 Uhr live von der Partie Arsenal - Liverpool.

(si)

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