Aktualisiert 05.03.2008 17:35

«Chemie-Ali» vor der Auslieferung

Die US-Truppen im Irak haben sich zur Aushändigung des zum Tode verurteilten Ali Hassan al-Madschid, bekannt als «Chemie-Ali», an die irakische Justiz bereiterklärt.

Allerdings fordere das US-Militär einen entsprechenden Antrag der irakischen Regierung, zitierte die Agentur Aswat al-Irak den US- Armeesprecher Kevin Bergner. Der wegen der Giftgasangriffe auf kurdische Dörfer als «Chemie-Ali» bekannte Cousin des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein soll bald gehängt werden.

Das Sondertribunal für die Verbrechen des Saddam-Regimes in Bagdad hatte Al-Madschid und zwei andere Ex-Funktionäre im Juni 2007 wegen ihrer Beteiligung an der sogenannten Anfal-Kampagne gegen die Kurden in den Jahren 1987 und 1988 zum Tode durch den Strang verurteilt. Dem von Saddam angeordneten Feldzug waren damals Zehntausende von Kurden zum Opfer gefallen.

Staatspräsident Dschalal Talabani und seine beiden Stellvertreter haben das Todesurteil gegen den einst berüchtigten Funktionär erst mit mehrmonatiger Verzögerung am 29. Februar unterschrieben. Damit müsste Al-Madschid innerhalb von 30 Tagen hingerichtet werden.

Die letzten Formalitäten vor der Hinrichtung von «Chemie-Ali» hatten sich um Monate verzögert, weil Talabani und Vizepräsident Tarik al-Haschimi das Urteil gegen den zusammen mit Al-Madschid verurteilten Ex-Verteidigungsminister Sultan Haschim Ahmed nicht hatten unterzeichnen wollen.

Nach Angaben aus Justizkreisen wurden die Todesurteile gegen den Ex-Minister und gegen den früheren Vize-Kommandanten Hussein Raschid al-Tikriti auch jetzt nicht gebilligt.

(sda)

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