30.04.2017 15:23

Waldkirch SGChemie-Crack Luca (18) will Gold in Thailand

An der Schweizer Chemie-Olympiade erreichte Luca Schmutz (18) eine Goldmedaille. Nun darf er an die internationale Chemie-Olympiade nach Thailand.

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air
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Luca Schmutz aus Waldkirch SG zeigt stolz seine Goldmedaille, die er als Viertplatzierter an der Schweizer Chemie-Olympiade erhalten hat.

Luca Schmutz aus Waldkirch SG zeigt stolz seine Goldmedaille, die er als Viertplatzierter an der Schweizer Chemie-Olympiade erhalten hat.

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Schmutz und die restlichen Finalisten freuen sich über ihre Medaillen und Diplome.

Schmutz und die restlichen Finalisten freuen sich über ihre Medaillen und Diplome.

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Die Teilnehmer der Schweizer Chemie-Olympiade werden im Chemielabor der ETH Zürich in die Theorie eingeführt.

Die Teilnehmer der Schweizer Chemie-Olympiade werden im Chemielabor der ETH Zürich in die Theorie eingeführt.

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«Es faszinierte mich schon immer, wenn aus zwei Stoffen etwas Neues entsteht», sagt Luca Schmutz (18), der eine Lehre zum Chemielaboranten absolviert. Diese Begeisterung für die Chemie führte ihn nun an die Schweizerische Chemie-Olympiade – mit Erfolg. Im Vorrennen musste sich Schmutz noch gegen über 320 Konkurrenten durchsetzen – nur 16 von ihnen durften am 21. April in den Chemielabors der ETH Zürich um den Titel «Bester Nachwuchschemiker» kämpften. Schmutz kam unter die besten Vier, die alle eine Goldmedaille erhielten. «An der Rangverkündigung begannen sie beim letzten Platz», sagt Schmutz. Die Spannung sei dann immer weiter angestiegen. «Als dann der fünfte Platz verkündet wurde und ich noch im Rennen war, war die Freude gross.»

Drei Stunden wurde Theoriewissen abgefragt, in zwei Stunden mussten die jungen Chemiecracks ihr Wissen anwenden. «Beispielsweise kamen Titrationen und Säure Base-Aufgaben vor», sagt Schmutz. Dabei werden zwei Stoffe zusammengemischt, bis eine Reaktion entsteht und sich die Farbe der Flüssigkeit verändert. Dabei sind auch Schutzbrille und Laborkittel Pflicht, denn die Chemikalien seien nicht immer ungefährlich.

Die Schweiz in Thailand vertreten

«Ich wusste, dass mir der praktische Teil sehr gut gelungen war», so Schmutz. «Die Theorie mochte ich schon immer etwas weniger und die ging mir auch weniger gut.» Umso überraschter war er, dass es für die besten Vier reichte. Nun dürfen sie die Schweiz an der internationalen Chemie-Olympiade in Thailand vertreten, die vom 6. bis 15. Juli stattfindet. «Ich freue mich riesig auf Thailand, auf die einmalige Erfahrung und die Kontakte, die ich dabei knüpfen kann», sagt Schmutz. «Auch wenn es dort nicht zu einer Medaille reichen sollte, wird es trotzdem ein unvergessliches Erlebnis.»

Anders als in der Schweiz dauern hier die jeweiligen Prüfungsteile satte fünf Stunden. «Es wird sicher nochmals eine Stufe schwieriger», sagt Schmutz. Momentan konzentriert sich der Chemielaborant auf seine Lehrabschlussprüfung im Juni. Danach werde aber nochmal gebüffelt. «Zusätzliche Unterstützung bekommen wir von zwei Mentoren, die auch in Thailand dabei sein werden.»

Faszination für Chemie begann in der Sek

Als Ausgleich zur Chemie ist Luca Schmutz Jungschi-Leiter in Gossau SG. Ausserdem fotografiert er gerne. «Meine Begeisterung für die Chemie fing in der Sek an», so Schmutz. Dort habe es coole Experimente gegeben. Beispielsweise habe sein Lehrer einmal vier Gläser vor den Schülern aufgestellt. «Die Gläser schienen leer zu sein. Als unser Lehrer dann aber Wasser hineinleerte, wurde das Wasser plötzlich gelb, dann grün und es verfärbte sich bei jedem Glas weiter.»

Schmutz will nun als nächstes die Berufsmatura in Angriff nehmen. Und vielleicht steht er schon bald wieder in den Chemie-Labors der ETH Zürich und führt Experimente durch. Denn: «Mein grosses Ziel ist es, an der ETH Chemie zu studieren.»

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