Unzufriedene Unternehmer: Chemie und Pharma wettern gegen Politiker
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Unzufriedene UnternehmerChemie und Pharma wettern gegen Politiker

Politiker würden absichtlich oder aus Ignoranz der Exportwirtschaft schaden und zudem die Kernenergie aus rein politischen Gründen beerdigen, klagt der Interessenverband von Chemie und Pharma.

Politiker im Visier der Chemie- und Pharmaindustrie.

Politiker im Visier der Chemie- und Pharmaindustrie.

Christoph Mäder, der Präsident des Wirtschaftsverbands der chemisch-pharmazeutischen Industrie Scienceindustries, übt harte Kritik an der Schweizer Politik. Sie schädige die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz und setzte den Wohlstand des Landes aufs Spiel.

Politiker würden absichtlich oder aus Ignoranz die Exportwirtschaft mit weiteren Kosten belasten, kritisierte Mäder an der Generalversammlung des Verbands in Domat/Ems GR. Konkret befürchtet er eine Verteuerung des Stroms durch Lenkungsabgaben und die «Beerdigung der Kernenergie aus rein politischen Gründen».

Gute Noten für den Bundesrat

Weiter würde das in der Klimapolitik angepeilte Verbot von Kompensationen der CO2-Emissionen im Ausland die Produktion aus der Schweiz vertreiben. Die meisten Politiker hätten nicht erkannt, dass die Exportindustrie zu Zeiten des starken Frankens auf «herausragende Rahmenbedingungen» angewiesen sei.

Gute Noten gab Mäder hingegen dem Gesamtbundesrat. Der bilaterale Weg sei ein Erfolgsmodell. Auch habe der Bundesrat die Chance erkannt, die im raschen Abschluss von Freihandelsabkommen in den wichtigsten Wachstumsmärkten Asien, Brasilien und Russland liege.

Scienceindustries ist der neue Name des Verbandes SGCI Chemie Pharma Schweiz. Die Generalversammlung des Verbands stimmte am Freitag der Umbenennung zu. Im Verband sind über 250 Industrieunternehmen aus Pharma, Chemie und Biotechnologie zusammengeschlossen.

(sda)

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