Das Geheimnis einer Karriere: Cheryl Coles Gesangs-Desaster
Aktualisiert

Das Geheimnis einer KarriereCheryl Coles Gesangs-Desaster

Cheryl Cole ist in aller Munde. Spätestens seit ihrem Zürcher Konzert steht fest, dass das nicht an ihrem musikalischen Talent liegen kann.

von
Julian Fricker

Am Dienstag tobte das Hallenstadion beim Black Eyed Peas-Konzert: Mit 13 000 partywütigen Zuschauern verwandelte die US-Band die Halle in eine Mega-Party. Da hielt es keinen Zuschauer mehr auf den Sitzen. Im Gegensatz dazu hielt sich die Party beim Supporting Act Cheryl Cole in engen Grenzen: der Funken wollte nicht so recht überspringen. Wer das einstündige Nachkonzert-Special am Zürcher Radio «Energy» eingeschaltet hat, musste sich auch da die Publikumskritik über die Vorband Cole anhören. Das Fazit: Cheryl Cole ist zwar ein Augenschmaus, aber ein Ohrengraus!

Das englische Starlet baute zwar etliche Bühnenoutfit-Wechsel in ihre 30-minütige Show ein, doch das Kernbusiness einer Sängerin, nämlich die Töne zu treffen, beherrschte die schöne Engländerin nicht. Daneben waren auch zwei Songs ihres Repertoirs geklaut: So versuchte sie sich am Owl-City-Charthit «Fireflies» - ohne grossen Wiedererkennungswert.

Mieser Gesang hin oder her: Die 27-Jährige kann sich nicht über zu wenig Medienpräsenz beklagen. Nun drängt sich die Frage auf, wie Cole überhaupt zum Medien-Darling werden konnte.

«Vom Aschenputtel zum Popsternchen»

Die Lebensgeschichte der schönen Cole erklärt vieles: Sie wuchs mit ihren vier Geschwistern in einem Sozialbau auf und führte ein bescheidenes Leben im Norden Englands. 2002 nahm die damals 19-Jährige Cole an der englischen Castingshow «Popstars» teil. Die Siegerband wurde als englisches Pendant zu den No Angels zusammengewürfelt und gleichermassen in den Pop-Olymp gehypt: Girls Aloud wurde zu einer der erfolgreichsten Girlgroups der 2000er Jahre.

Eigentlich wollte Bandkollegin Nadine Coyle die Schlagzeilen für sich beanspruchen: Einst war sie sogar mit dem Schauspieler Jesse Metcalfe zusammen, der in den Vorgärten der «Desperate Housewives» Unkraut ausrupfte. Für Furore sorgte aber nichtsdestotrotz ihre brünette Kollegin Cheryl. Spätestens nach ihrer Hochzeit mit Fussball-Superstar Ashley Cole wurde sie über Nacht zum beliebten Paparazzi-Objekt der Promiszene Englands.

2008 machte sich die geborene Cheryl Tweedy ohne ihre Bandkolleginnen im Popbusiness selbstständig. Noch im selben Jahr nahm sie einen Job als Jurymitglied von «The X Factor» an. Dann überschatteten die Negativschlagzeilen von Ashley Coles ausserehelichen Abenteuer ihre Beziehung. Die betrogene Ehefrau wurde zum Sympathieträger der englischen Nation. Die öffentliche Schlammschlacht um die Blitzscheidung der Coles erhielt so viel Aufmerksamkeit, dass Cheryl Cole von der englischen Presse als «Schätzchen der Nation» betitelt wurde. (20 Minuten berichtete) Dani Koenig, Musikchef des Zürcher Jugendsenders «Radio 105» räumt der Sängerin nicht so viel Potenzial ein. Relativiert aber: «Wie sie sich vom Mauerblümchen zur Fashion-Ikone gemausert hat, hat mich schon überrascht, da ist eine riesige Marketingmaschine am Werk!»

Ex-Girls Aloud Sängerin auf Solopfaden

Nach dem erfolgreichen Ausbruch und ihrer Karriere als «Everybodys Darling» bei X-Factor, nutzte Cole ihre Medienpräsenz gekonnt, um ihr erstes Soloalbum mit Produzenten wie Will I. Am (Black Eyed Peas) aufzunehmen. Letzterem wurde sogar eine Affäre mit der hübschen Sängerin nachgesagt (20 Minuten berichtete).

Das Popsternchen hat wohl Blut geleckt und strebt nun eine internationale Karriere an. Sollte sie nachhaltig Erfolg haben, liegt das wohl kaum an ihren sängerischen Fähigkeiten, sondern wohl eher an ihrer Schönheit. Für Dani Koenig ist Cole musikalisch kein allzu grosses Thema: «Bei Castingshow-Gewinnerinnen sind wir generell etwas skeptisch. Wir spielen grundsätzlich nur gute Musik!» Dass sich Cole im deutschsprachigen Raum durchsetzt daran glaubt der 105-Musikchef nicht.

Was ist Ihre Meinung zu Cheryl Cole? Hat sie das Zeug zum internationalen Superstar? Oder wurden Sie bei ihrem Konzert vom Gegenteil überzeugt? Schreiben Sie Ihre Meinung dazu im Talkback!

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