Femizid in Italien - Chiara (15) ist tot – ihr Freund sagt «ein Dämon» zwang ihn, sie zu töten
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Femizid in ItalienChiara (15) ist tot – ihr Freund sagt «ein Dämon» zwang ihn, sie zu töten

Die 15-jährige Chiara Gualzetti verliess das Elternhaus, um sich mit ihrem 16-jährigen Freund zu treffen. Sie kam nicht mehr nach Hause.

von
Karin Leuthold
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Die 15-jährige Chiara Gualzetti verliess am 27. Juni 2021 das Elternhaus, um ihren Freund zu treffen.

Die 15-jährige Chiara Gualzetti verliess am 27. Juni 2021 das Elternhaus, um ihren Freund zu treffen.

Instagram/chiara__gualzetti
Als sie nach mehreren Stunden nicht nach Hause zurückkehrte, alarmierte ihr Vater die Polizei.

Als sie nach mehreren Stunden nicht nach Hause zurückkehrte, alarmierte ihr Vater die Polizei.

Screenshot TG3
Die 15-Jährige hatte sich mit ihrem Freund getroffen.

Die 15-Jährige hatte sich mit ihrem Freund getroffen.

Instagram/chiara__gualzetti

Darum gehts

  • Die Leiche von Chiara Gualzetti (15) wurde vor einigen Tagen in Monteveglio nahe Bologna entdeckt.

  • Ihr Freund gestand wenig später, sie getötet zu haben.

  • Der 16-Jährige erzählte von einem inneren Dämon, der ihn zum Töten zwang.

Der Femizid an der 15-jährigen Chiara Gualzetti ist «eine Tragödie für ihre Familie und für die ganze Gemeinde» - Daniele Ruscigno, der Bürgermeister von Valsamoggia westlich von Bologna, hat einen Trauertag für Freitag angeordnet. Chiaras Leiche war am Mittwoch, unweit ihres Hauses im naheliegenden Monteveglio, entdeckt worden. Stunden später fasste die Polizei den mutmasslichen Täter: Chiaras 16-jähriger Freund. Der Jugendliche ist geständig.

Chiara hatte am Sonntagmorgen das Elternhaus verlassen, um sich mit ihrem Freund zu treffen. Als sie nach mehreren Stunden nicht zurückkehrte und auch nicht auf ihrem Handy erreichbar war, alarmierte ihr Vater die Polizei. Ein Suchtrupp sowie Freunde und Bekannte der Familie rückten sofort aus. Es war einer der freiwilligen Sucher, der die Leiche auf einem Feld, am Fusse eines Hügel entdeckte, berichtet «Il Resto del Carlino». Der Körper wies Stichverletzungen auf.

«Der Dämon war es, der mir sagte, ich solle Chiara töten»

Bei seiner ersten Einvernahme durch die Polizei gab Chiaras Freund zu, sie getötet zu haben. Dann überraschte er die Ermittler jedoch mit einer Aussage: «Ich habe einen Dämon, der mich quält. Er war es, der mir sagte, ich solle Chiara töten. Ich habe es getan, um ihn zu beruhigen.»

Vincenzo Gualzetti ist untröstlich. «Vor siebzehn Jahren zog ich mit meiner Frau von Neapel hierher, damit meine Tochter an einem sicheren Ort aufwächst. Jetzt habe ich nichts mehr! Sie hat keine Zukunft und ich habe ohne sie auch keine Zukunft mehr», sagte er verzweifelt. Dem mutmasslichen Mörder glaubt Vincenzo Gualzetti kein Wort: «Ich kenne den Jungen, er hat bei mir ein Praktikum als Elektriker gemacht.» Die angeblichen Dämonen hält er für eine Ausrede. «Das ist wohl das erste, das ihm eingefallen ist», meint der Vater des Opfers. Für seine Tochter will er jetzt Gerechtigkeit.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Online- und Einzelchatberatung für Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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