«Alles ist noch möglich»: Chicago am Straucheln – Schweizer NHL-Rookie will aber ins Playoff
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«Alles ist noch möglich»Chicago am Straucheln – Schweizer NHL-Rookie will aber ins Playoff

In die NHL-Saison startete Chicago fulminant. Das Team war die Überraschung der Liga, die Schweizer Pius Suter und Philipp Kurashev entzückten die Fans. Doch nun stolpern die Chicago Blackhawks durch die Liga.

von
Nils Hänggi
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Philipp Kurashev (l.) startete mit den Blackhawks gut in die Saison, doch seit ein paar Spielen hapert es. 

Philipp Kurashev (l.) startete mit den Blackhawks gut in die Saison, doch seit ein paar Spielen hapert es.

AFP
Die Verteidigung macht Fehler, die Offensive schiesst nicht mehr so viele Tore wie zu Beginn der NHL-Saison. Kurashev glaubt dennoch an die Wende. 

Die Verteidigung macht Fehler, die Offensive schiesst nicht mehr so viele Tore wie zu Beginn der NHL-Saison. Kurashev glaubt dennoch an die Wende.

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Auch Pius Suter spielt bei den Blackhawks.

Auch Pius Suter spielt bei den Blackhawks.

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Darum gehts

  • Der Schweizer NHL-Rookie Philipp Kurashev spielt bei den Chicago Blackhawks.

  • Das Team startete gut in die Saison, doch seit ein paar Spielen hat es Probleme.

  • Die Offensive trifft nicht mehr, die Verteidigung ist fehleranfällig.

  • Mit uns spricht Philipp Kurashev über die Situation.

Chicago hat derzeit Probleme. Die Offensive macht Druck, trifft aber zu wenig und Fehler in der Defensive kosten das Team Tore sowie Punkte. Dabei waren die Blackhawks lange Zeit das Überraschungsteam der NHL. Ja, sie entzückten die Fans der besten Eishockeyliga der Welt – und überraschten die gegnerischen Mannschaften.

Chicago schoss Tore am Fliessband, die Abwehr war sattelfest. Und ganz beachtlich: Das Team schaffte das alles ohne Captain und Nummer-1-Center Jonathan Toews, der wegen Erschöpfungssymptomen bislang kein einziges Spiel bestreiten konnte. Für ihn sprangen andere in die Bresche. Der Ex-Ambri-Topskorer Dominik Kubalik zum Beispiel. Oder die beiden Schweizer-Rookies Pius Suter (24) und Philipp Kurashev (21). Beide gehörten zeitweise zu den Top-Rookies der NHL, schossen die meisten Tore, gaben die meisten Assists.

Doch jetzt? Jetzt läuft es nicht mehr ganz rund bei den Blackhawks. Hinter dem NHL-Team liegen schwere Wochen. Es verlor zeitweise nicht nur vier Spiele in Folge. Nein, es ging seit Anfang März auch bei 11 von bisher 17 Partien als Verlierer vom Eis. Der Grund, die schwache Offensive, aber vor allem unzählige Fehler der Defensive, die Gegentore kosteten. Zum Vergleich: Im Februar verlor das Team in 13 Spielen nur 4 Mal.

«Möglich ist in dieser Saison noch alles»

«Zurzeit hapert es ein wenig. Wir erzeugten immer hohen Druck, schossen oft aufs Tor. Doch im Abschluss hatten wir kein Glück», weiss auch Kurashev. Der 21-Jährige sieht aber nicht alles negativ. Gegenüber 20 Minuten sagt er: «Wir waren immer im Spiel drinnen, egal gegen wen wir spielten. Wir sind halt ein junges Team, das noch lernen muss. Etwa wie man gewinnt, wenn auch einmal nicht alles passt.» Und: «Möglich ist in dieser Saison noch alles. Jetzt müssen wir erstmals das Playoff erreichen. Und wenn wir das geschafft haben, ist alles möglich.»

Die Hoffnung hat das Schweizer Eishockey-Toptalent, das in dieser Saison schon sieben Tore geschossen hat und fünf Assists gab, also noch nicht aufgegeben. Was auch unsinnig wäre. Schliesslich sind die Blackhawks noch immer auf Playoff-Kurs. Derzeit befindet sich Chicago auf Platz fünf. Und Kurashev? Der will seinen Teil dazu beitragen, dass die Blackhawks das Playoff erreichen. Mit seiner bisherigen Saison ist der Schweizer zufrieden. «Ich konnte bisher stets dem Team helfen», sagt er. Er gibt aber auch zu: «Ich kann sicherlich mehr bringen.» Aus diesem Grund arbeite er jeden Tag hart und versuche immer besser zu werden.

Suter punktet wieder – und Kurashev?

Der Sohn von Konstantin Kurashev, einem russischen Ex-Eishockey-Star und späteren HCD- und SCB-Co-Trainer, weiss auch ganz genau, wo er sich verbessern muss. «Überall», sagt der junge Mann, der zu den grössten Schweizer Eishockeytalenten gehört, lapidar und nennt sogleich auch ein Beispiel: «Mir muss es gelingen, dass meine schlechten Spiele gut sind. Es darf kein Auf und Ab geben. Das zu erreichen ist eine Schwierigkeit. Wir haben so viele Spiele.» Macht ihn denn der hohe Rhythmus müde? «Nein», so Kurashev und lacht. «Ich bin zum Glück noch jung und habe sehr viel Energie. Da fällt es mir nicht schwer, jeden zweiten Tag oder so zu spielen.»

Man darf also gespannt sein, ob sich die Blackhawks wieder fangen. Aufhören zu stolpern. Regelmässig wieder siegen werden. Und die Playoff-Quali schaffen. Wie Kurashev sagt: Unmöglich ist es nicht. Auch wenn das Team derzeit am Straucheln ist. Immerhin: In den letzten Chicago-Partien war eine Steigerung zu sehen. Gegen die Dallas Stars gab es einen Sieg. Und: Suter skorte nach einer Baisse wieder! Der Schweizer steht derzeit bei elf Toren und sieben Assists. Jetzt muss nur noch Kurashev wieder regelmässig punkten. Dann sollte nix mehr schief gehen.

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