Aktualisiert 02.11.2011 09:29

Erfolglose Proteste

Chilenische Studenten bitten UNO um Hilfe

Seit sechs Monaten kämpfen die chilenischen Studenten vergeblich für freie Bildung. Nun wollen sie sich an eine höhere Instanz wenden.

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Die chilenische Studentenorganisation «Confech» hat die Nase voll: Seit fast einem halben Jahr ziehen Tausende Studenten wöchentlich durch die Strassen der Hauptstadt Santiago. Sie fordern den freien Zugang zu Universitäten und besseren Unterricht. Doch passiert ist bislang gar nichts: Die Regierung von Präsident Sebastián Piñera zeigt sich stur.

Nun wollen die Studenten wegen «der fehlenden Kompromissbereitschaft und der geringen Motivation» der Behörden vor der UNO ein Gesuch um Konfliktmediation einreichen. Ausserdem wolle man eine Anzeige beim Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte deponieren, da mehrere Demonstranten im Mai von Polizisten brutal verprügelt worden seien, erklärte ein Führer der Confech gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Schön und klug

Die Proteste in Chile haben in den letzten Monaten vor allem durch die Person ihrer Führerin Camila Vallejo internationale Resonanz erhalten. Die 23-jährige Vallejo gilt als eine kluge, wortgewandte Frau. Womöglich ist aber in erster Linie ihr gutes Aussehen der Grund dafür, dass die Proteste nach so vielen Monaten immer noch die Aufmerksamkeit der Medien geniessen.

Die attraktive Geographiestudentin und Tochter kommunistischer Eltern weiss sehr wohl, wie sie ihre Schönheit einzusetzen hat: Während der Protestmärsche läuft sie immer in der ersten Reihe mit. Mit einem Lächeln und gleichzeitig einer dezidierten Haltung greift sie nach Megaphonen, um gegen die privatisierten Universitäten und Schulen zu protestieren, die aus der Ära des Diktators Augusto Pinochet stammen und dafür verantwortlich seien, dass jeder Student der Unter- und Mittelschicht am Ende seiner Ausbildung Schulden von mindestens 70 000 Dollar habe.

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