Aktualisiert 29.04.2008 09:47

China-Botschaft lässt Amnesty abblitzen

Die chinesische Botschaft in Bern hat sich geweigert, eine Delegation von Amnesty International zu empfangen. Die Delegierten wollten eine Petition zur Verbesserung der Menschenrechtslage in China überbringen.

von
Tina Fassbind

Knapp 100 Tage vor Beginn der Olympischen Spiele hat sich die chinesische Botschaft in Bern geweigert, eine Delegation von Amnesty International zu empfangen und die Petition «Peking 2008: Menschenrechte aufs Podest» entgegenzunehmen. Dies obwohl die Petitionsübergabe angekündigt und mit der Polizei abgesprochen war.

Polizisten nahmen Unterschriften in Empfang

«Wir mussten die Bündel mit den Unterschriftenbögen den Polizisten übergeben, die uns vor der Botschaft in Empfang nahmen», sagt ein Sprecher von Amnesty International auf Anfrage von 20minuten.ch. «Die chinesische Botschaft hat sich geweigert, uns in Empfang zu nehmen.»

Die von 24 715 Personen unterzeichnete Petition «Peking 2008: Menschenrechte aufs Podest» verlangt, dass die chinesische Regierung vor Beginn der Olympischen Spiele konkrete Schritte zur Verbesserung der Menschenrechtslage unternimmt.

«Wir sind sehr enttäuscht»

«Wir sind sehr enttäuscht über die Dialogverweigerung der chinesischen Botschaft», erklärte Daniel Bolomey, der Generalsekretär der Schweizer AI-Sektion, in einer Medienmitteilung. «Amnesty International wollte den chinesischen Botschafter an die bei der Vergabe der Olympischen Spiele gemachten Versprechungen für eine Verbesserung der Menschenrechte erinnern und die in der Petition enthaltenen Forderungen erläutern.»

AI will weiterhin einen Gesprächstermin

Dass die Petition nicht von der AI-Delegation übergeben werden konnte, sondern der Botschaft auf diplomatischem Weg zugestellt werde, sei ein deutliches Signal der Schweizer Behörden, lässt die Menschenrechtsorganisation verlauten. AI wird weiter auf einen Gesprächstermin mit dem chinesischen Botschafter dringen. «Es ist wichtig, dass wir unsere Forderungen für eine Verbesserung der Menschenrechtssituation im direkten Gespräch erläutern können», betont Bolomey.

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